Bürglen: Polizei räumt Haus des «Müll-Terroristen»
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BürglenPolizei räumt Haus des «Müll-Terroristen»

Über Monate lag er mit den Behörden im Clinch. Jetzt hat die Polizei die Proteste des renitenten IV-Rentners Murtez Ademaj beendet.

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mko/feb/rub
Das Drama um IV-Rentner Murtez Ademaj scheint zu Ende. (Bild: 20 Minuten/mko)

Das Drama um IV-Rentner Murtez Ademaj scheint zu Ende. (Bild: 20 Minuten/mko)

Die Polizei hat am Mittwoch die Mietwohnung des «Müll-Querulanten» von Bürglen geräumt. Der aus Kosovo stammende IV-Rentner Murtez Ademaj hatte die Miete nicht bezahlt und die Kündigung monatelang hartnäckig ignoriert. Polizeisprecher Ernst Vogelsanger bestätigte am Donnerstag einen Bericht von «Radio Top». Die Räumung sei problemlos verlaufen.

Laut Bruno Lanter, Vertreter des Vermieters, fuhren am Mittwochmorgen Zügelwagen auf in Belgeitung der Polizei. Es sei fast alles aus dem Haus geräumt worden, die Möbel stünden jetzt in einem Container. Wo sich Ademaj und seine Familie befinden, gibt die Polizei nicht bekannt.

Der IV-Rentner, der seit 20 Jahren in der Schweiz lebt, hätte die Wohnung bis Ende November 2010 verlassen müssen. Der Kosovare machte sich zum öffentlichen Ärgernis, weil er mit einem Müllberg vor seinem Haus gegen einen Entscheid betreffend seiner Nichteinbürgerung protestierte. Ademaj akzeptierte die Kündigung nicht, er räumte auch seinen Müll nicht weg und weigerte sich auszuziehen.

Gerichtsurteil ignoriert

Die Räumung der Wohnung durch die Polizei wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Zuvor hatte das Bezirksgericht Weinfelden die Ausweisung des Mieters angeordnet. Der IV-Rentner legte dagegen keinen Rekurs ein, weigerte sich aber weiterhin, auszuziehen.

Es sei «eine sehr schwierige Situation» gewesen, sagte Vogelsanger der Nachrichtenagentur SDA. Sämtliche Vermittlungsversuche seien gescheitert, ein Dialog mit dem renitenten Mieter nicht mehr möglich gewesen.

Man habe befürchtet, der Mieter könnte sich der Räumung widersetzen und dabei sich und andere Personen in Gefahr bringen. Deshalb habe ihn die Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen, erklärte der Polizeisprecher.

Mail aus der Klinik

Später meldete sich Murtez Ademaj aus der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. In einer bitteren E-mail, die an diverse nationale und internationale Behörden und Medien ging, beklagte er sich über den «Terrorismus der Schweiz» gegen ihn und seine Familie. (mko/feb/rub/sda)

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