Unterseen BE: Polizei räumt Haus von Rentner wegen Waffen
Aktualisiert

Unterseen BEPolizei räumt Haus von Rentner wegen Waffen

Polizei und Militär haben am Montag in einem Haus in Unterseen BE kistenweise Waffen sichergestellt. Ein Rentner wurde offenbar vorübergehend verhaftet.

von
ann

An der Bahnhofstrasse in Unterseen BE ist am Montag gegen Mittag die Polizei mit einem Grossaufgebot vorgefahren. Offenbar wurde ein Mann vorübergehend verhaftet und sein Haus durchsucht. Die Kantonspolizei Bern bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass in Unterseen «private Waffen sichergestellt» wurden.

Ein Leser-Reporter schildert, was vor seinen Augen geschah. «Sie beobachteten das Haus lange Zeit. Als der Rentner herauskam, sprachen sie ihn an und nahmen ihn fest.» Danach sei sein Haus bis in die Nacht hinein von Polizei und Angehörigen der Armee durchsucht und im grossen Stil Material abtransportiert worden.

«Gewalttätig oder gefährlich ist er nicht»

In der Gemeinde bei Interlaken brodelt seither die Gerüchteküche. Der Mann, ein offenbar ehemaliger Bauunternehmer und Waffenhändler, gilt als Querulant. «Er hat immer über die Behörden geschimpft und sich mit Anwälten gewehrt», erzählt ein Nachbar, der anonym bleiben möchte.

In früheren Jahren habe bereits sein alter Werkhof unter Anwesenheit der Polizei geräumt werden müssen, heisst es aus Kreisen der Nachbarn. Gemeindepräsident Jürgen Ritschard hat Kenntnis von der Räumung, kann aber nichts dazu sagen. Nur so viel: «Gewalttätig oder gefährlich ist der Mann nicht.» Dieser wurde offenbar am selben Tag wieder freigelassen.

Alle wussten von den Waffen

Dass das heruntergekommene Haus an der Bahnhofstrasse voller Waffen ist, wusste aber offenbar fast jeder in Unterseen. «Daraus hat er nie einen Hehl gemacht», sagt ein anderer Nachbar. Gemäss dem Leser-Reporter wurden die Waffen gleich kistenweise herausgetragen. «Ich habe unter anderem viele Gewehre gesehen.»

Die Armee bestätigt nicht, dass sie vor Ort war. Daniel Reist, Chef Kommunikation der Armee, sagt aber: «In der Regel gehen Mitglieder der Militärpolizei vor Ort, wenn es sich um militärische Angelegenheiten handelt.»

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