Krise in Thailand: Polizei räumt Protestlager in Bangkok
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Krise in ThailandPolizei räumt Protestlager in Bangkok

Hunderte Polizisten brachten am Freitagmorgen die von Regierungsgegnern seit mehreren Wochen besetzten Strassenkreuzungen unter ihre Kontrolle.

Die Polizei in Bangkok war am Morgen des 14. Februar mit dem Auftrag ausgerückt, mehrere seit Wochen von Demonstranten besetzte Gebiete in Bangkok wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Die Polizei in Bangkok war am Morgen des 14. Februar mit dem Auftrag ausgerückt, mehrere seit Wochen von Demonstranten besetzte Gebiete in Bangkok wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Hunderte Bereitschaftspolizisten haben am Freitag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ein Protestlager der Opposition geräumt. Aus Furcht vor Zusammenstössen mit militanten Demonstranten, die die Gegend unweit des Amtssitzes von Regierungschefin Yingluck Shinawatra zurückzuerobern wollten, zogen sich die Beamten jedoch kurze Zeit später wieder zurück. Bis zum Abend hatten Regierungsgegner dort wieder ihre Zelte aufgeschlagen.

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste gegen die Regierung vor drei Monaten, dass die Polizei erfolgreich ein Protestlager betreten und geräumt hatte - wenn auch nur vorübergehend. Sie rissen Barrieren aus Sandsäcken nieder, die eine Hauptstrasse in der Nähe von Yinglucks Amtssitz blockiert hatten. Das Gebäude war seit Dezember wegen des Protestlagers geschlossen.

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Proteste vor Polizei-Zentrale

Die Demonstranten leisteten den anrückenden Polizisten keinen Widerstand. Sie hatten sich bereits vor dem Eintreffen der Beamten aus dem Areal zurückgezogen und sich in einer anderen Gegend neu versammelt. In einem nördlichen Vorort der Hauptstadt sah die Situation jedoch anders aus. Dort stiessen Hunderte Polizisten am Freitag auf Hunderte Demonstranten, die sich weigerten, die Gegend zu verlassen. Anschliessend gingen die Beamten wieder.

Blockade in Bangkok

Später versammelten sich Demonstranten vor dem Tor des Hauptquartiers der Polizei in Bangkok, um gegen das Vorgehen der Beamten zu protestieren. Vor Freitag hatte es die Polizei aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt vermieden, die Demonstranten aus ihren Lagern zu vertreiben. Die Regierungsgegner halten mehrere Gegenden in der Hauptstadt besetzt.

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Bereits zehn Todesopfer

Seit Beginn der Proteste im November sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Am Freitagmorgen wurde ein örtlicher Zeitungsfotograf verletzt, dessen Bein von einem kleinen Feuerwerkskörper getroffen wurde. Wer das Objekt warf, war unklar. Die Demonstranten nutzten bei vorherigen Konfrontationen sogenannte Pingpong-Bomben, die mit Sprengstoff gefüllt sind.

Die Lage in Thailand spitzt sich zu

Die Opposition verlangt den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck, der sie vorwirft, nur eine Marionette ihres im Exil lebenden und der Korruption beschuldigten Bruders Thaksin Shinawatra zu sein. Dieser war 2006 vom Militär gestürzt worden. Zu den Kernforderungen der Demonstranten gehört die Schaffung eines nicht gewählten «Volksrats», der Reformen gegen Korruption durchsetzen soll.

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