Aktualisiert 02.09.2005 15:19

Polizei räumt zwei Häuser in Paris

Nach einer Serie tödlicher Brände in Pariser Einwandererunterkünften hat die Polizei am Freitag zwei besetzte Gebäude geräumt.

In den beiden Bauten hatten rund 140 Afrikaner unter schwierigsten Umständen gelebt.

Im 14. Bezirk im Süden der französischen Hauptstadt räumten Polizisten ein baufälliges vierstöckiges Haus, in dem etwa 70 Ivorer gewohnt hatten. Mehrere Demonstranten versuchten die Ordnungskräfte vergeblich zu stoppen.

In einer ehemaligen Druckerei im Pariser Nordosten hatten weitere 70 Afrikaner gelebt. Bei der Räumung leisteten einige Hausbesetzer geringen Widerstand. Nach Angaben der Hilfsorganisation Droit au logement (DAL) dürften sie zunächst in Billighotels untergebracht werden.

«Der einzige Grund, der ein solches Vorgehen rechtfertigt, ist die Sicherheit von Menschen», kommentierte Bürgermeister Bertrand Delanoë die Räumungen. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte am Dienstag die Räumung aller besetzten und unsicheren Häuser in Paris angekündigt.

Premier Dominique de Villepin stellte am Donnerstag einen Dringlichkeitsplan in Aussicht. 50 Millionen Euro (77 Millionen Franken) stünden bereit, um Notunterkünfte an die Sicherheitsnormen anzupassen. Zudem sollen im Nordwesten der Stadt innert eineinhalb Jahren 3000 Sozialwohnungen entstehen.

Bei drei Bränden in Pariser Einwandererunterkünften waren in den letzten fünf Monaten 48 Menschen getötet worden. Im April starben bei einem Feuer in einem Billighotel 24 Menschen. Innerhalb einer Woche kamen zuletzt bei zwei weiteren Bränden 24 Einwanderer ums Leben. Die meisten von ihnen waren Kinder. (sda)

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