Polizei schliesst in Zermatt VS die Walliserkanne
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Zermatt VSWalliserkanne errichtet improvisierte Bar auf Betonblöcken

Am Freitag wurde das Restaurant Walliserkanne in Zermatt wegen der Nichteinhaltung der Zertifikatspflicht geschlossen. Der Wirt zeigt sich davon unbeeindruckt. Am Samstag will Massvoll in Zermatt demonstrieren.

von
Leo Butie
Lukas Hausendorf

Einer der Wirte der Walliser Kanne filmte, wie er das Siegel an der Tür brach und mit den Polizisten stritt.

Video: 20min/News-Scout

Darum gehts

  • Die Walliserkanne in Zermatt VS wurde von der Polizei am Freitag geschlossen.

  • Ein Video auf Social Media zeigt, wie Polizisten einen entsprechenden Hinweis beim Eingang befestigen.

  • Nachdem der Wirt sich offenbar weigerte der Anordnung Folge zu leisten, wurde der Eingang mit Betonblöcken gesperrt.

Das Restaurant Walliserkanne im Touristenort Zermatt VS weigert sich, die Zertifikate der Gäste zu kontrollieren. Der Wirt Patrik Aufdenblatten sagte im September gegenüber 20 Minuten, dass er weiterhin jeden und jede in seine Beiz lassen wird. «Das Zertifikat ist meiner Meinung nach gesetzeswidrig», sagte damals Aufdenblatten. Am Freitag wurde das Restaurant nun von der Polizei geschlossen.

Auf Social Media ist ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie Polizisten das Restaurant schliessen. Es wird ein entsprechender Hinweis auf die Türe befestigt. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis die Schliessung. «Am Freitag wurde im Verlauf des Vormittags der Entscheid der Departemente mitgeteilt», sagt Mathias Volken. Aufgrund des Verhaltens des Restaurantbetreibers wird dieser zur Anzeige gebracht. «Die Staatsanwaltschaft wurde darüber informiert», so Volken.

Drohung gegen Polizisten?

Gemäss der Polizei wurden seit Mitte September mehrere Kontrollen durch die Gemeindepolizeikorps sowie durch die Kantonspolizei durchgeführt. Ende Oktober wurde schliesslich ein Strafverfahren gegen die Betreiber der Walliserkanne eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft untersuche nun auch, ob in Zusammenhang mit der Schliessung weitere relevante Delikte vorliegen. Dabei dürfte es um eine Drohung gehen, die mutmasslich der Wirt gegenüber den Polizisten ausgesprochen hat. «Müssen wir jetzt die Schusswaffen holen?», hört man ihn im Video sagen.

Restaurant öffnete am Abend nochmals

Am Abend wurde gegen die Weisung der Behörden die Wallisekanne wieder geöffnet. «Die Polizei kontrollierte den Betrieb am Abend nochmals und wies erneut auf den Entscheid der Behörden hin», sagt Volken. Die Staatsanwaltschaft werde nun entscheiden, wie weiter vorgegangen wird. «Es ist momentan das einzige Restaurant im Kanton, das man schliessen musste.»

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Am Samstagvormittag versperrten Betonblöcke den Eingang zur Walliserkanne.

Am Samstagvormittag versperrten Betonblöcke den Eingang zur Walliserkanne.

20min/News-Scout
Darauf ist ein Anschlag der Walliser Behörden angebracht, der über die polizeiliche Schliessung des Restaurants hinweist.

Darauf ist ein Anschlag der Walliser Behörden angebracht, der über die polizeiliche Schliessung des Restaurants hinweist.

20min/News-Scout
Auf den Betonblöcken wurde eine improvisierte Bar errichtet.

Auf den Betonblöcken wurde eine improvisierte Bar errichtet.

20min/News-Scout

Am Samstag versperrten dann Betonblöcke den Zugang zum Restaurant, wie ein News-Scout berichtet. Darauf war ein Hinweis der Walliser Behörden angebracht, dass das Restaurant auf polizeiliche Anordnung geschlossen wurde. Die «bauliche Massnahme» sei in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zermatt erfolgt, bestätigt Volken.

Doch auch davon zeigt sich Wirt Patrik Aufdenblatten nicht beeindruckt. «Lassen Sie sich von diesen Kieselsteinen nicht beeindrucken», rief er am Samstagvormittag von der Terrasse seines Restaurants, wie ein Video von Radio Rottu Oberwallis zeigt. Er habe weiterhin geöffnet. Zudem hat Massvoll zu einer Spontankundgebung in Zermatt am Samstagnachmittag aufgerufen. Co-Präsident Nicolas Rimoldi gab auf Social Media bekannt, bereits auf dem Weg ins Wallis zu sein. Einen geplanten Auftritt seiner Bewegung in Zürich sagte er dafür ab. Zermatt sei wichtiger.

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