Basel: Polizei schloss Club zweimal irrtümlich
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BaselPolizei schloss Club zweimal irrtümlich

Zwei Partyabende im Singerhaus endeten vergangene Woche jäh, als die Polizei einmarschierte. Wie sich nun herausstellte, handelte es sich um eine Verwechslung.

von
lha
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Geschlossen wegen Irrtum. Die Polizei verwechselte das Cafe Singer mit dem darüber liegenden Restaurant, das bereits geschlossen wurde. Ein folgenschwerer Fauxpas.

Geschlossen wegen Irrtum. Die Polizei verwechselte das Cafe Singer mit dem darüber liegenden Restaurant, das bereits geschlossen wurde. Ein folgenschwerer Fauxpas.

20 Minuten/lha
am 13. und 14. Oktober zog sie an zwei aufeinanderfolgenden Partys den Stecker, weil anscheinend die Betriebsbewilligung fehle.

am 13. und 14. Oktober zog sie an zwei aufeinanderfolgenden Partys den Stecker, weil anscheinend die Betriebsbewilligung fehle.

Brigitte Faessler
Was aber falsch war. Die Polizei entschuldigte sich am Montag für die falsche Interpretation einer Schliessungsverfügung des Bau- und Gastgewerbeinspektorats.

Was aber falsch war. Die Polizei entschuldigte sich am Montag für die falsche Interpretation einer Schliessungsverfügung des Bau- und Gastgewerbeinspektorats.

Brigitte Faessler

Am vergangenen Donnerstag zog die Kantonspolizei Basel-Stadt im Café Singer der Party den Stecker. «Die Stimmung war gut. Nach dem dritten Track kam der Veranstalter und machte zerknirscht eine Durchsage. Wir müssten abbrechen, wegen Lärmklagen», erzählt DJ Nik von Frankenberg, der Donnerstagnacht im Café Singer auflegte. Am Freitag wiederholte sich das Schauspiel. Dem Club fehle die Bewilligung für den Partybetrieb, begründete die Polizei die Einsätze jeweils. Club-Betreiber Olivier Mueller hegte schon früh den Verdacht: Der Polizei muss ein Irrtum unterlaufen sein.

Beim Club-Betreiber entschuldigt

Am Montagabend gestand die Polizei ihren Fehler dann ganz amtlich ein. Sie hatte das geschlossene Restaurant über dem Club mit selbigem verwechselt. «Tatsächlich haben Mitarbeiter der Kantonspolizei aufgrund einer Falschinterpretation einer Schliessungsverfügung des Bau- und Gastgewerbeinspektorates die Betriebe verwechselt und den Club im Untergeschoss und ersten Obergeschoss Singerhaus fälschlicherweise geschlossen», schreibt Polizeisprecher Martin Schütz in einer Stellungnahme, die der «TagesWoche» vorliegt.

Mittlerweile hat sich die Polizei auch beim Clubbetreiber entschuldigt. Für diesen ist die Geschichte damit aber noch nicht abgehakt. Mueller schätzt, dass dem Club durch die beiden Polizeieinsätze Einnahmen über 15'000 Franken entgangen sind. Zwischenzeitlich haben sich auch schon mehrere Anwaltskanzleien bei ihm gemeldet, die Interesse am Fall bekundeten, berichtet die «TagesWoche».

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