Videofahndung: Polizei schnappt grinsendes Schläger-Trio

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VideofahndungPolizei schnappt grinsendes Schläger-Trio

Nicht einmal 24 Stunden nach der Veröffentlichung des Schock-Videos konnte die Polizei alle drei Männer verhaften, welche zwei Jugendliche im Bahnhof Kreuzlingen auf übelste Art und Weise verprügelt hatten. Die zwei Opfer wurden leicht bzw. mittelschwer verletzt. «Wir haben sie grund- und sinnlos verprügelt», sagten die Täter in einer ersten Befragung.

Das grinsende Schläger-Trio ist hinter Schloss und Riegel: Nach den Angriffen auf zwei Männer im Alter von 19 und 20 Jahren beim Bahnhof in Kreuzlingen TG hat die Kantonspolizei Thurgau die 18- bis 20-jährigen Schweizer Täter verhaftet. Sie sind geständig. Zwei Täter konnte die Polzei gestern am frühen Abend festnehmen - gut 8 Stunden nach dem Fahndungsaufruf. «Diese zwei verhafteten wir am Arbeitsplatz», erklärt Polizeisprecher Daniel Meili gegenüber 20 Minuten Online. Den dritten Täter machte die Polizei heute Morgen zu Hause dingfest. Das eine Opfer wurde beim Angriff mittelschwer, das andere leicht verletzt.

Es geschah grund- und sinnlos

Der Thurgauer Untersuchungsrichter Patrick Müller führte die ersten Befragungen der Täter durch: «Sie haben sich mehr oder weniger reuig gezeigt. Alle sagten: 'Es tut mir leid'. Ob sie das wirklich so meinen, wird sich in den weiteren Untersuchungen zeigen», so Müller. Die Täter gaben weiter zu, dass sie die Opfer völlig zufällig und ohne Grund attackiert hatten: «Es geschah grund- und sinnlos», sagte das Schläger-Trio zu Untersuchungsrichter Müller.

50 Hinweise eingegangen

Die Video-Fahndung der Polizei stellte sich als äusserst effektiv heraus: Nicht einmal 24 Stunden nach der Publikation des Schock-Videos konnte die Polizei die Täter ausfindig machen. «Es gingen innert wenigen Stunden rund 50 telefonische Hinweise bei uns ein», erklärt Meili. Dies führte dazu, dass die drei Schläger identifiziert und verhaftet werden konnten.

(am)

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Video-Veröffentlichung wird nicht Routine

Auch wenn in diesem Fall das Video ganz offensichtlich zum Erfolg geführt habe, werde man diese Art der Fahndung nicht alltäglich einsetzen, sagte Meili.

Grundsätzlich müsste eine Veröffentlichung verhältnismässig sein, was bei dem brutalen Angriff der Fall gewesen sei. Eine weitere Voraussetzung sei laut Meili, dass andere Fahndungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben. So wurde das Video der Schläger von Kreuzlingen eine Woche nach der Tat veröffentlicht, nachdem die Ermittlungen erfolglos verlaufen seien.

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