30’000-Franken-Übergabe: Polizei schnappt Telefonbetrüger, als sie das Geld vom Opfer abholen wollten

Aktualisiert

30’000-Franken-ÜbergabePolizei schnappt Telefonbetrüger, als sie das Geld vom Opfer abholen wollten

In den letzten Tagen sind im Kanton Zug zwei 81-Jährige Opfer von Telefonbetrügereien geworden. Nur einer der beiden Betrüger konnte festgenommen werden: Es ist ein deutscher Bürger. 

von
Sara Andrea Formentin
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Am 3. und 7. November versuchten Telefonbetrüger, von zwei älteren Opfern Geld zu erpressen. (Symbolbild)

Am 3. und 7. November versuchten Telefonbetrüger, von zwei älteren Opfern Geld zu erpressen. (Symbolbild)

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Das erste Opfer, eine 81-Jährige, hob ab und übergab dem Betrüger 20’000 Franken. Das zweite, ein gleichaltriger Mann, hob 30’000 Franken ab, aber der Betrüger wurde in diesem Fall sofort verhaftet. (Symbolbild)

Das erste Opfer, eine 81-Jährige, hob ab und übergab dem Betrüger 20’000 Franken. Das zweite, ein gleichaltriger Mann, hob 30’000 Franken ab, aber der Betrüger wurde in diesem Fall sofort verhaftet. (Symbolbild)

PantherMedia / Tomas Anderson

Darum gehts: 

  • Die Telefonbetrüger im Kanton Zug waren in den letzten Tagen besonders aktiv.

  • Die Opfer des Betrugs waren ein 81-jähriger Mann und eine 81-jährige Frau.

  • Die Frau, die am 3. November kontaktiert wurde, musste 20’000 Franken von ihrem Konto abheben.

  • Der 81-Jährige hob stattdessen am 7. November 30’000 Franken ab, doch der Betrug wurde in diesem Fall von der Polizei sofort verhindert.

Der Modus Operandi ist derselbe wie immer: Ältere Menschen werden am Telefon angelockt und auf irgendeine Weise dazu gebracht, grosse Geldbeträge von ihrem Bankkonto abzuheben und sie dann einem angeblichen Polizisten oder Verwandten anzuvertrauen.

So ist es vor ein paar Tagen im Kanton Zug passiert. Eine Bande von Telefonbetrügern versuchte, von zwei älteren Menschen mehr als 50’000 Franken zu erpressen, wovon sich derzeit 20’000 im Besitz der Betrüger befinden.

Das Geld wurde in einen Bitcoin-Automaten eingezahlt

Das erste Opfer, eine 81-jährige Frau, erhielt am 3. November einen Anruf von einem unbekannten Mann, der sich als Polizist ausgab. Der angebliche Polizist überredete die Frau, einen Betrag von 20’000 Franken abzuheben, indem er ihr sagte, dass ihr Geld in der Bank nicht mehr sicher sei und dass sie durch das Abheben des Geldes sogar zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen würde.

Die Frau wurde dann von einem falschen Taxifahrer von zu Hause abgeholt und nach Steinhausen gefahren. Dort übergab sie das abgehobene Geld dem unbekannten Mann, der die 20’000 Franken sofort in einen Bitcoin-Automaten einzahlte. Bis heute konnte das Geld nicht an die Frau zurückgegeben werden.

Die Aussagen der Taxifahrerin

Der Albtraum der Frau endete erst am nächsten Tag: Derselbe Betrüger gab sich am 4. November als Neffe der Frau aus und kontaktierte eine echte Taxifahrerin, die die Frau zur Bank bringen sollte, um mehr Geld abzuheben.

Nach den Aussagen der Taxifahrerin erzählte der Betrüger ihr einiges über das Leben und die Rente der Frau und fügte hinzu, dass er das Geld dringend benötige. Die Taxifahrerin nahm daher die Anweisungen des angeblichen Neffen an und fuhr die Frau zur Bank. Als die 81-Jährige in der Bank ankam, wurde sie jedoch durch einen Polizeieinsatz daran gehindert, eine zweite Abhebung vorzunehmen. Der Betrüger ist noch nicht gefasst worden.

Zweiter Betrüger gefasst

Einige Tage später, am 7. November, wurde ein 81-jähriger Mann ebenfalls von Telefonbetrügern dazu gebracht, einen hohen Geldbetrag abzuheben. Das Opfer hob 30’000 Franken ab, doch bei der Übergabe wurde der Betrüger von der Polizei abgefangen und verhaftet. Es handelt sich um einen 30-jährigen deutschen Staatsbürger.

Nach ersten Untersuchungen handelt es sich in den Fällen nicht um ein und denselben Täter. 

Polizeitipps zur Vermeidung von Telefonbetrug:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn ein Polizist oder eine Polizistin Sie am Telefon auffordert, einen Geldbetrag abzuheben, einer fremden Person zu übergeben oder an einem Bitcoin-Automaten einzuzahlen.

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen ein Polizist oder eine Polizistin am Telefon eine Geschichte erzählt und Ihnen sagt, Ihr Geld auf der Bank sei nicht mehr sicher.

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Telefongespräch umgehend.

  • Telefonbetrüger wählen ihre Opfer sehr oft im öffentlichen Telefonbuch aus. Sie suchen gezielt nach Personen mit traditionellen Vornamen, da dieser ein Hinweis auf das Alter liefern könnte. Schützen Sie sich, indem Sie nur den ersten Buchstaben Ihres Vornamens vermerken. Ändern Sie Ihren Telefonbucheintrag direkt online.

  • Nehmen Sie Warnhinweise von Bankangestellten ernst und erlauben Sie diesen bei geringsten Zweifeln, die Polizei zu verständigen.

  • Melden Sie sich im Zweifelsfall immer frühzeitig bei der richtigen Polizei (Notruf 117).

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