03.09.2020 13:11

46-Jährige attackiert und getötet Täter veröffentlichte verstörenden Post auf Facebook

An der Speicherstrasse in St. Gallen kam es am Mittwoch zu einer tödlichen Schussabgabe. Die Polizei schoss auf einen 22-jährigen Mann, der eine 46-jährige Frau attackierte. Beide Personen sind ums Leben gekommen.

von
Michel Eggimann
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Es gebe Anhaltspunkte, dass der mutmassliche Täter psychische Probleme gehabt habe.

Es gebe Anhaltspunkte, dass der mutmassliche Täter psychische Probleme gehabt habe.

Bei einem Polizeieinsatz in St. Gallen ist es am Mittwoch zum Einsatz von Schusswaffen gekommen. 

Bei einem Polizeieinsatz in St. Gallen ist es am Mittwoch zum Einsatz von Schusswaffen gekommen.

BRK
Die Polizei erschoss einen 22-jährigen Mann, weil er nicht aufhörte auf eine 46-jährige Frau einzuschlagen.

Die Polizei erschoss einen 22-jährigen Mann, weil er nicht aufhörte auf eine 46-jährige Frau einzuschlagen.

BRK

Darum gehts

  • Am Mittwoch kam es in St. Gallen zu einer tödlichen Schussabgabe der Polizei.
  • Die Polizei griff zum Schutz einer Frau ein.
  • Diese wurde in einer Wohnung von einem Mann attackiert.
  • Die Frau und der Mann verstarben noch am Mittwoch.
  • Die Wahl des Opfers scheint zufällig.

Am Mittwochmittag ist die Kantonspolizei St. Gallen mit einem Grossaufgebot zu einer Wohnung an der Speicherstrasse in St. Gallen ausgerückt. Dort kam es auch zum Einsatz von Schusswaffen. Nötig war der Einsatz, weil ein Mann eine Frau massiv attackierte. Die Frau wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht und verstarb dort noch am gleichen Abend. Auch der involvierte Mann kam ums Leben. Er starb noch vor Ort. Die Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Nun teilt die St. Galler Staatsanwaltschaft mit, dass der Mann von der Polizei erschossen wurde. In einer Medienmitteilung heisst es: «Die eintreffenden Polizeibeamten forderten den mutmasslichen Täter mehrfach auf, innezuhalten, worauf er jedoch nicht reagierte und weiter massivst auf die Frau einschlug. Darauf gaben die beiden Polizisten mehrere Schüsse auf den mutmasslichen Täter ab.»

Opfer völlig zufällig gewählt?

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 22-Jährigen, das Opfer war eine 46-jährige Frau. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Opfer völlig zufällig gewählt wurde. In der Mitteilung steht: «Zum jetzigen Zeitpunkt erscheinen sowohl die Auswahl der Wohnung als auch des Opfers völlig zufällig.» Der Mann habe sich Zutritt zu einer Wohnung in einem Haus verschafft und anschliessend mit einem stumpf-kantigen Gegenstand äusserst brutal auf die dort anwesende 46-Jährige eingeschlagen. Gestorben ist die Frau an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas.

Psychisch auffällig

Es gebe Anhaltspunkte für psychische Probleme beim 22-Jährigen. Die Umstände, wie es zur Tat kam, sind Gegenstand der Ermittlungen. Ebenfalls noch unklar ist das Motiv für die Attacke auf die Frau. Offenbar war der Täter bis 2018 an einer Adresse angemeldet, die rund 500 Meter vom Tatort entfernt liegt, berichtet «Blick».

Die Anzeichen für seine psychischen Probleme verdeutlichen sich bei den Zeilen, die der 22-Jährige dem Bericht zufolge selbst verfasst und auf Facebook geteilt hat: «Ich sag dir, es ist ein Drecksleben – ein verdammtes Scheissleben», rappt er in dem Song, den er aufgenommen habe. «Ich sage euch, ich komme mit einer Knarre und ermorde jeden (...)». Zusammenhanglos schwärmt er auch für Ausländer, die viel Kultur und die Schweiz gebracht haben. Er proklamiert, ein stolzer Muslim zu sein und für alle mit brauner Hautfarbe einzustehen.

Einsatzkräfte tragen einen Sarg aus dem Haus.

Video: Thomas Sennhauser

Areal grossräumig gesperrt

Vor Ort zeigte sich am Mittwoch, dass Dutzende Polizisten der Stadt- und Kantonspolizei im Einsatz standen. Auch die Spurensicherung, Forensik und Staatsanwaltschaft sowie der Kriminaltechnische Dienst des Kantons Appenzell Ausserrhoden waren vor Ort sowie mehrere Rettungswagen mit Notarzt.

Rund um ein Mehrfamilienhaus war das Areal grossräumig von der Polizei abgesperrt worden. Wegen des Vorfalls war auch die Linie der Appenzeller Bahn zwischen St. Gallen und Notkersegg unterbrochen worden.

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