50 Verletzte in Ägypten: Polizei setzt auf Tahrir-Platz Tränengas ein

Aktualisiert

50 Verletzte in ÄgyptenPolizei setzt auf Tahrir-Platz Tränengas ein

200 jugendliche Demonstranten protestierten auf dem zentralen Platz in Kairo gegen den regierenden Militärrat. Bei Zusammenstössen mit der Polizei wurden 50 Menschen verletzt.

Verlangen eine rasche Aufklärung der Tötung von mehr als 800 Demonstranten durch die Sicherheitskräfte in Ägypten: Demonstranten auf dem Tahrir-Platz. (Video: AP)

Bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Ägyptens Hauptstadt Kairo sind in der Nacht zum Mittwoch nach amtlichen Angaben etwa 50 Menschen verletzt worden. Fernsehbilder zeigten, wie mehrere Krankenwagen auf den Tahrir-Platz fuhren.

Zu Jahresbeginn war der zentrale Platz Mittelpunkt der Proteste gegen den später gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Die Sicherheitskräfte setzten auch am Mittwochmorgen noch Tränengas ein gegen kleine Gruppen steinewerfender Demonstranten.

«Destabilisierungs-Versuch»

Über dem Tahrir-Platz hing dichter weisser Rauch. Die Zusammenstösse waren aber wesentlich weniger heftig als am Abend und in der Nacht zuvor, als hunderte Demonstranten auf den Beinen gewesen waren. Die Sicherheitskräfte waren am Mittwoch auf dem Tahrir-Platz und seiner Umgebung sowie vor dem Innenministerium massiv präsent.

In einer Erklärung des Militärrats, der das Land seit Mubaraks Sturz am 11. Februar regiert, war von einem «Versuch zur Destabilisierung des Landes» und zur «Aufstachelung gegen die Polizei» die Rede. Bündnisse prodemokratischer Kräfte machten dagegen Anhänger der alten Regierung für die Zusammenstösse verantwortlich.

Organisierte Prügler

Augenzeugen berichteten von Männern in Zivil, die in der Nacht mit Stöcken und Messern bewaffnet angerückt seien. Einige von ihnen seien mit Bussen zum Tahrir-Platz gebracht worden. Dies erinnert an die Vorgehensweise der alten Regierung zur Unterdrückung von Protesten.

Ausgangspunkt der Proteste war am Dienstagabend offenbar eine Gedenkfeier für die mehr als 800 Toten des Aufstandes gegen Mubarak im Januar und Februar. Der Protest verlagerte sich dann zum Gebäude des Staatsfernsehens, zum Tahrir-Platz und zum Innenministerium.

Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo gibt es weiter regelmässig Proteste. Sie richteten sich am Mittwoch unter anderem gegen den Vorsitzenden des regierenden Militärrats, Hussein Tantawi. (sda)

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