Kundgebung in Zürich: Polizei setzt bei Demo von Kurden Pfefferspray ein
Aktualisiert

Kundgebung in ZürichPolizei setzt bei Demo von Kurden Pfefferspray ein

Bei einer Demo für Kobane kam es am Samstagnachmittag zu einem Handgemenge zwischen Teilnehmern und Zuschauern. Die Polizei beendete die Auseinandersetzung mit Pfefferspray.

von
lüs

Rund 3500 Personen waren am Samstagnachmittag vom Helvetiaplatz via Stauffacherstrasse zur Bahnhofstrasse marschiert. Auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Sihlstrasse wurden die Demonstrierenden laut Polizeiangaben von einer unbekannten Anzahl Leute verbal provoziert.

Die Sache artete in ein Handgemenge aus, an dem rund 30 Personen beteiligt waren. Die Stadtpolizei Zürich konnte die Kontrahenten nur mit Hilfe von Pfefferspray trennen. In einem Fall musste ein Polizeiknüppel eingesetzt werden.

Demos auch in anderen europäischen Städten

Weil sich einzelne Beteiligte in einem Einkaufszentrum verschanzen wollten, musste der Eingang für einige Minuten geschlossen werden. Daraufhin beruhigte sich die Situation rasch wieder. Der Umzug zog ungehindert weiter.

Auch in Brüssel, Paris und London gab es teils grosse Solidaritätskundgebungen für Kobane. Alleine in Deutschland waren es 15'000 Menschen. Kurden-Demonstrationen gab es auch in der Türkei, bei der grössten Kundgebung in Diyarbakir marschierten laut der Nachrichtenagentur Dogan 15'000 Menschen friedlich durch die Strassen.

In Istanbul demonstrierten rund tausend Menschen in der Nähe des zentralen Taksim-Platzes und schwenkten Bilder des inhaftierten Kurden-Führers Abdullah Öcalan.

Anfang Oktober waren bei prokurdischen Demonstrationen in der Türkei nach Behördenangaben 31 Menschen getötet worden. Die Demonstranten warfen der türkischen Regierung Untätigkeit angesichts des Kampfes um Kobane vor. Auch damals gingen in zahlreichen Ländern Europas Kurden auf die Strasse.

Kämpfe in Kobane dauern an

Nach langem Zögern und intensivem Druck der USA erklärte sich die Türkei schliesslich bereit, kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak nach Kobane reisen zu lassen. Am späten Freitagabend überquerten etwa 150 Kurdenkämpfer die türkische Grenze nach Kobane, um die Verteidiger der Stadt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen.

Die heftigen Kämpfe zwischen den kurdischen Volksschutzeinheiten und den Terroristen gingen in der Nacht zum Samstag weiter, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die IS-Miliz belagert die Stadt von drei Seiten.

Die Terrormiliz beherrscht das Umland und rund 60 Prozent von Kobane. Ein Sieg wäre für sie militärisch, vor allem aber auch symbolisch ein grosser Erfolg, den auch die USA mit Luftangriffen zu verhindern versucht. (lüs/sda)

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