Deutschland: Polizei setzt Spuckhauben gegen Verbrecher ein
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DeutschlandPolizei setzt Spuckhauben gegen Verbrecher ein

Immer wieder gibt es laut der Bremer Polizei bei Verhaftungen Spuckattacken. Deshalb können sie neu Spuckhauben über den Kopf des Täters stülpen. Das ist umstritten.

von
bat
Solche Spuckhauben setzt die Polizei in Bremen ein. Es gibt ein Sichtfenster und sie sind atmungsaktiv.

Solche Spuckhauben setzt die Polizei in Bremen ein. Es gibt ein Sichtfenster und sie sind atmungsaktiv.

Der menschliche Speichel enthält Millionen von Bakterien. Vor diesen will sich die Polizei in Bremen in Zukunft besser schützen. Deshalb kann sie neu so genannte Spuckhauben einsetzen. «Sie sind in jedem Streifenwagen und werden immer wieder mal eingesetzt», sagt Manfred Gottschalk, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord in Augsburg, gegenüber der «Augsburger Allgemeinen». Bis jetzt seien die feinen dünnen Hauben aus Baumwolle bereits viermal genutzt worden. Pro Monat gebe es in der Regel ein bis vier Spuckattacken.

Doch die Spuckhauben sind umstritten. Der innenpolitische Sprecher der Bremer SPD-Fraktion, Sükrü Senkal, hält die Hauben für «nicht optimal». «Ich habe ganz grosse Bauchschmerzen bei der Variante», sagt er. Er plädiert für einen reinen Mundschutz.

Hauben wie in Guantánamo

Kritik wurde auch deshalb laut, weil die Hauben an jene erinnern würden, wie sie Gefangenen in Guantanamo oder Afghanistan über den Kopf gestülpt werden. Solche Vergleiche kann Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) aber nicht verstehen.

«Ich halte die Hauben für verhältnismässig und angemessen», sagt er in der «Augsburger Allgemeinen». Eingesetzt werden dürfen die Hauben nämlich erst dann, wenn der Festgenomme schon gespuckt hat oder als notorischer Spucker bekannt ist.

Schutz vor Infektionen

Auch die Polizei-Gewerkschaft begrüsst die neuen Spuckhauben. «Es gibt Situationen, da spucken Angreifer mit allem, was sie im Mund haben», sagt Vorsitzender Jochen Kopelke. Nicht selten sei Blut dabei, weil die Täter sich bei der Verhaftung bereits eine Wunde im Mund zugezogen haben. Im schlimmsten Fall könne so sogar HIV übertragen werden.

Erst im Juli 2014 kam es in Bremen zu einem Spuck-Vorfall. Ein Drogenabhängiger bespuckte die Beamten bei der Verhaftung massiv. Dabei infizierte er drei Polizisten mit Hepatitis C.

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