Aktualisiert 05.03.2008 16:57

Polizei sieht bei Bankraub zu

Abwarten und Tee trinken - das schien die Devise jener Berliner Polizisten gewesen zu sein, die zwei Intensivstraftäter bei einem Überfall auf eine Postbank in Hamburg beobachteten, aber nicht einschritten.

Das Landeskriminalamt in Berlin rechtfertigte das Vorgehen ihrer Beamten am Mittwoch: Hätten die Beamten bei dem Überfall eingegriffen, wäre es möglicherweise zu einer Geiselnahme oder einem Schusswechsel gekommen, sagte LKA-Abteilungsleiter Bernd Finger. Beamte der Berliner Polizei hatten die Bankräuber zuvor in Berlin observiert und von dort nach Hamburg verfolgt.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 24-jährigen Araber und einen 23 Jahre alten Serben, erklärte LKA-Dezernatsleiter Carsten Wendt. Sie standen diesmal im Verdacht, schon vorher einige Postbankfilialen in Berlin überfallen zu haben. Die Polizei observierte die Räuber deshalb über eine längere Zeit. Gegen beide Männer seien Haftbefehle erlassen worden.

Am Montag fuhren die Bankräuber nach Wendts Darstellung nach Hamburg und überfielen dort eine Filiale der Postbank. Für den Überfall gab es demnach zuvor keine Anzeichen. Die Beamten observierten die Räuber aus taktischen Gründen aus einiger Entfernung und konnten sie deshalb nicht gleich vor der Bank überwältigen. Wendt sagte, der Überfall habe sich ausserdem innerhalb nur einer Minute abgespielt. Nach dem Bankraub hätten die Beamten die Verfolgung aufgenommen.

Die Täter seien mit hoher Geschwindigkeit über die Autobahn Richtung Berlin geflohen. Kurz vor der Berliner Landesgrenze habe eine taktische Staufalle die Bankräuber aufgehalten. Sie seien schliesslich überwältigt worden. Laut LKA wurden bei den Männern mehrere zehntausend Euro sowie eine Handfeuerwaffe gefunden. In der Nacht zum Dienstag wurden die Wohnungen von zwölf möglichen Komplizen der Täter durchsucht und weiteres Beweismaterial gefunden. (dapd)

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