Gotthardstrasse: Polizei sperrt Pass für reiche Supercar-Besitzer

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GotthardstrassePolizei sperrt Pass für reiche Supercar-Besitzer

Am Sonntag trafen sich am Gotthard 55 Besitzer edler Sportwagen. Damit die Besitzer unter sich blieben, wurde die Strasse von Andermatt zum Gotthard kurzerhand gesperrt.

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mme

Die schnellen Autos flitzen die Gotthardpasstrasse hoch. (Video: Instagram)

Supercar Owners Circle heisst der exklusive Kreis, in den aufgenommen werden kann, wer etwa einen McLaren, Bugatti oder Ferrari besitzt. Auch Oldtimerbesitzer sind willkommen. Die Supercar Owners bleiben aber offenbar auch auf öffentlichen Strassen gerne unter sich: So wie am Sonntag am Gotthardpass, als man sich zur gemeinsamen Ausfahrt traf.

Die Gotthardstrasse blieb ab dem Kreisel Hospental bis zur Passhöhe für jeglichen anderen Verkehr von 9 bis 9.45 Uhr gesperrt. Von 8 bis 11 Uhr müsse mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, hiess es vor dem Anlass.

«Gefahr der Ablenkung»

Dass die Gotthardstrasse gesperrt wurde, sei eine Vorsichtsmassnahme gewesen, sagte Oliver Schürch, Leiter Bereitschafts- und Verkehrspolizei der Urner Kantonspolizei, gegenüber Radio SRF: «Wenn ein solch seltenes Auto an einem vorbeifährt, kann man schnell abgelenkt werden. Auch wegen des Lärms. Auf der kurvenreichen Strasse wäre das nicht gut», so Schürch.

40 Autos erwartet, 55 fuhren los

Auf Anfrage von 20 Minuten sagte Schürch, dass am Sonntag 55 Sportwagen an der Ausflugsfahrt beteiligt waren, 15 mehr als erwartet. Laut Veranstalter waren insgesamt 150 Autosammler in Andermatt. An der Fahrt selbst teilnehmen durften jedoch «nur streng limitierte und rare Fahrzeuge», teilte der Circle weiter mit. Einige Perlen seien am Gotthard gewesen: «Auch ein Ferrari F12 TRS, ein millionenschweres Einzelstück, wurde von seinem Besitzer für den Event in die Schweiz gebracht.» Auch Whatsapp-Gründer Jan Koum sei am Anlass mitgefahren.

Laut Polizei kamen auch viele Schaulustige vor Ort, um sich das Spektakel anzuschauen. Der Anlass sei problemlos verlaufen.

Als bekannt wurde, dass der Anlass bewilligt werde, sei bei der Polizei nur eine Reklamation eingegangen. Die Sperrung der Gotthardpassstrasse habe nur zu geringfügigen Verzögerungen geführt, Rückstau gab es nie. Laut Polizeisprecher Gusti Planzer galten für die Teilnehmer die gleichen Verkehrsregeln wie immer – auch bezüglich Tempolimiten. Die entstandenen Kosten seien wie üblich den Organisatoren verrechnet worden.

Druck am Gotthard nimmt zu

Laut Schürch gibt es immer mehr Anfragen für vergleichbare Anlässe, die Sperrungen am Gotthard nach sich ziehen. Dies behält die Polizei genau im Auge: «Die Gotthardpassstrasse ist ein wichtiger Strassenträger für den Nord-Süd-Verkehr. Und die Passstrasse hat grosse Bedeutung für den lokalen Verkehrsfluss und deren Auswirkungen. Diese besondere Bedeutung setzt Grenzen», sagt Schürch. Dazu kommen die personell begrenzten Ressourcen der Polizei.

Dies alles führt dazu, das nicht beliebig mehr Anlässe bewilligt werden. «Eine konkrete Zahl von verkraftbaren Bewilligungen können wir aber nicht nennen, da die Erfahrung zeigt, dass jeder Anlass unterschiedliche polizeiliche Aufwendungen nach sich zieht.»

Derweil zieht der Supercar Owners Circle weiter. Das nächste Treffen findet während dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi statt.

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