100 Jugendliche feiern wilde Party im Hohlraum einer Autobahnbrücke
Publiziert

Deutsche Polizei folgte der Müll-SpurJugendliche feierten Party im Hohlraum einer Autobahnbrücke

Als Polizisten frühmorgens eine Fährte von Müll und Bierflaschen zu einer Autobahnbrücke aufgenommen haben, fanden sie die Überbleibsel einer wilden Party vor. Im Inneren der Brücke, wo die Party stattfand, lief sogar noch die Musik.

1 / 4
Die Partylocation von aussen: In diesem Hohlraum wurde Party gefeiert.

Die Partylocation von aussen: In diesem Hohlraum wurde Party gefeiert.

Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis
Im Inneren der 500 Meter langen Brücke befindet sich ein grosszügiger Hohlraum.

Im Inneren der 500 Meter langen Brücke befindet sich ein grosszügiger Hohlraum.

Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis
Overath liegt rund 30 km östlich von Köln. 

Overath liegt rund 30 km östlich von Köln.

Google Maps

Das Ausmass der Party, von der die Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis am Montag berichtete, sprengte nach Aussagen der Beamten «jegliche Vorstellungskraft». Völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit hatten sich geschätzte 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Partymachen im Hohlkörper unter den Fahrspuren der Brücke im Schlingenbachtal versammelt und liessen es krachen, wie auch «Watson» berichtet.

Die Beamten hatten gemäss des Polizeicommuniqués gegen acht Uhr morgens mehrere Jugendliche und junge Erwachsene verfolgt, die zur Brücke unterwegs waren und «eine Fährte von Müll und Bierflaschen» hinter sich herzogen. Vor Ort kontrollierten die Beamten die jungen Leute, als sie plötzlich Musik wahrnahmen, die aus dem Hohlraum in der Brücke drang. Sie stellten fest, dass die Zugangstür beim Widerlage der Brücke am Talrand offenstand – der Schliessmechanismus war vollständig ausgebaut worden und lag neben der Tür.

Gleichzeitig bemerkten die Polizeikräfte, wie am gegenüberliegenden Brückenende Menschen aus dem rund 500 Meter langen Hohlkörper kletterten, und riefen Verstärkung durch die Kölner Polizei. Schliesslich gelang es den Beamtinnen und Beamten, im Wald hinter der Brücke eine Gruppe von zwölf Personen zu kontrollieren, die unter anderem aus Köln, Düsseldorf, Duisburg und Offenbach angereist waren.

Strom von Versorgungsleitung abgeklemmt

Danach wurde der Hohlraum durchsucht. Die feiernde Menge war zwar bereits abgezogen, man stiess aber auf grössere Mengen zurückgelassenen Müll wie Bierflaschen und Konfetti. Die kontrollierten Feiernden wurden wegen Hausfriedensbruch sowie diversen Verstössen gegen die Corona-Schutzverordnung angezeigt.

Ob die Brücke durch die Party Schaden erlitt, konnte Sebastian Roggenbuck, Betriebsleiter der Autobahnmeisterei Overath, gegenüber der «Bergischen Landeszeitung» nicht angeben. Er liess die Zugänge wieder sichern und gab an, auch andere Talbrücken mit vergleichbaren Hohlräumen nun «nochmals verstärkt unter Beobachtung zu nehmen.» Die Partymacher hatten die Musik-und Lichtanlage an Versorgungsleitungen abgeklemmt. Wenn es zu einem Brand oder Panik gekommen wäre, hätte die Party ein schlimmes Ende nehmen können.

Vermutlich hatten sich die Partygängerinnen und -gänger über soziale Netzwerke ausgetauscht und verabredet. Bereits am Wochenende zuvor hatte in Overath unterhalb einer Autobahnbrücke eine illegale Party stattgefunden. Laut der «Bergischen Zeitung» gibt es im Web Hinweise auf eine gut vernetzte Technoparty-Szene.

(trx)

Deine Meinung

23 Kommentare