25 Alkohol-Tote: Polizei spürt Gift-Panscher auf

Aktualisiert

25 Alkohol-TotePolizei spürt Gift-Panscher auf

Die tschechische Polizei hat die Hersteller des tödlichen Pansch-Alkohols entdeckt. Hauptschuldiger ist ein 42-Jähriger aus Ostrava. Er ist geständig. Der Mann hat mindestens 25 Tote auf dem Gewissen.

Pures Gift: Solche Flaschen mit gepanschtem Alkohol kosteten in Tschechien mindestens 25 Menschen das Leben. Jetzt hat die Polizei die Hersteller in Mähren aufgespürt.

Pures Gift: Solche Flaschen mit gepanschtem Alkohol kosteten in Tschechien mindestens 25 Menschen das Leben. Jetzt hat die Polizei die Hersteller in Mähren aufgespürt.

Drei Wochen nach Beginn des tödlichen Skandals um gepanschten Alkohol hat die Polizei in Tschechien zwei Chefs des Giftmischerringes aufgespürt und festgenommen. «Wir wissen, wer das Gemisch hergestellt und wer die Chemikalien zugeliefert hat», sagte Polizeipräsident Martin Cervicek am Montag.

An der Spitze der Panscher-Bande standen danach zwei Beschuldigte aus Mähren. Die Ermittlungen würden aber erst beendet, wenn das gesamte illegale Verteilersystem aufgedeckt sei. Mindestens 25 Menschen sind in Tschechien nach dem Konsum von mit Methanol gepanschtem Alkohol gestorben.

Cervicek warnte, dass bis zu 15 000 Liter des hochgiftigen Methanol-Gemisches im Umlauf seien. Die Flüssigkeit wurde den Ermittlungen zufolge in gefälschte Spirituosen-Flaschen abgefüllt.

Verkaufsverbot bleibt bestehen

Es sei unklar, ob die Polizei jemals alle gefährlichen Schwarzmarkt-Flaschen werde aufspüren können. Seit anderthalb Wochen gilt in Tschechien ein Verkaufsverbot für harten Alkohol, um die Gefahr für die Verbraucher zu senken. Diese Massnahme bleibt zunächst bestehen.

Den Tätern an der Spitze des Giftmischer-Netzes, die schon am Wochenende gefasst wurden, drohen Haftstrafen von 12 bis 20 Jahren. «Sie wussten, dass sie Gesundheit und Leben der Menschen aufs Spiel setzen», sagte Staatsanwalt Roman Kafka.

Die beiden Männer arbeiteten in Firmen, die Scheibenwischer- Flüssigkeit für Autos herstellen. Dadurch hatten sie laut Polizei Zugang zum Industriealkohol Methanol.

Ende August sollen die beiden Tschechen mehrere Tonnen einer gefährlichen Methanol-Mischung hergestellt und an illegale Abfüller von Schwarzmarkt-Spirituosen weiterverkauft haben.

Fünf Tonnen Gift verschwunden

Diese verwendeten den billigen, giftigen Industriealkohol und umgingen so die Branntweinsteuer. Zehn Tonnen der Giftmischung konnte die Polizei sicherstellen, von weiteren fünf Tonnen fehlt jede Spur.

Als Hauptbeschuldigter gilt ein 42 Jahre alter Mann aus Ostrava, der nun mit den Ermittlern kooperiert habe. «Wir haben ein vollständiges Geständnis einschliesslich einer Beschreibung der Tat, seiner Motive und der Funktionsweise des Verteilernetzes», erläuterte Staatsanwalt Kafka. (sda)

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