Aktualisiert 23.09.2011 21:21

Hartes VorgehenPolizei stoppt Kundgebung in Bahrain

Um vor umstrittenen Nachwahlen Proteste schiitischer Bürger zu verhindern, hat die Polizei in Bahrain die Zugänge zum Lulu-Platz abgesperrt. Die Opposition boykottiert die Nachwahlen.

Regierungsgegner in Bahrain schützen sich mit Tüchern vor dem Tränengas.

Regierungsgegner in Bahrain schützen sich mit Tüchern vor dem Tränengas.

Die Polizei in Bahrain hat am Vorabend von umstrittenen Nachwahlen einen Protest schiitischer Bürger im Zentrum von Manama verhindert. Die Sicherheitskräfte sperrten die Zugänge zum Lulu-Platz ab und trieben die Menschenmenge zurück.

Sie setzten dabei Schlagstöcke und Gummigeschosse ein, wie Augenzeugen berichteten. Der Lulu-Platz war im Februar und März dieses Jahres das Zentrum von mächtigen Bürgerprotesten für mehr Demokratie und Reformen im Golfkönigreich. Die Kundgebungen wurden vom Regime niedergeschlagen, wobei mindestens 30 Demonstranten ums Leben kamen.

Opposition boykottiert Nachwahlen

Bei den Nachwahlen am Samstag geht es um die Neuvergabe der Parlamentsmandate, die die schiitische Wifak-Gesellschaft im Frühjahr aus Protest gegen die blutige Unterdrückung der Demokratiebewegung niedergelegt hatte.

Die Nachwahlen werden von der Organisation boykottiert. Mit 18 von insgesamt 40 Sitzen war die Wifak-Gesellschaft zuvor die grösste Fraktion im Parlament.

In Bahrain ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung schiitisch. Königshaus und Regierung jedoch hängen dem sunnitischen Islam an.

(sda)

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