Fischer sah Reptil: Polizei sucht nach Kaiman im Hallwilersee
Aktualisiert

Fischer sah ReptilPolizei sucht nach Kaiman im Hallwilersee

In Beinwil am See hat ein Fischer ein 1,5 Meter grosses Reptil gesehen. Es könnte laut Behörden ein Kaiman sein.

von
gwa
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Im Hallwilersee soll sich ein Kaiman (Bild) herumtreiben. Davon gehen die Behörden derzeit aus, nachdem ein Fischer offenbar glaubhaft geschildert hat, er habe am Sonntagabend bei Beinwil am See AG ein Reptil gesehen.

Im Hallwilersee soll sich ein Kaiman (Bild) herumtreiben. Davon gehen die Behörden derzeit aus, nachdem ein Fischer offenbar glaubhaft geschildert hat, er habe am Sonntagabend bei Beinwil am See AG ein Reptil gesehen.

Wikipedia/ Francisco Peralta Torrejon
Laut einem Experten ist es warm genug, dass ein Kaiman den Sommer im See überleben könnte.

Laut einem Experten ist es warm genug, dass ein Kaiman den Sommer im See überleben könnte.

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Erste Suchaktionen blieben erfolglos, teilte die Kantonspolizei Aargau mit.

Erste Suchaktionen blieben erfolglos, teilte die Kantonspolizei Aargau mit.

Wikipedia/ Michael Wolf

Die ungewöhnliche Beobachtung machte ein Fischer am Sonntagabend. «Glaubhaft hat der erfahrene Fischer der Kantonspolizei inzwischen geschildert, wie er etwa um 21.30 Uhr eine etwa anderthalb Meter grosses Reptil beobachtet habe, das plötzlich an der Wasseroberfläche erschienen und nach einer schwimmenden Jung-Ente geschnappt habe», teilte die Kantonspolizei Aargau mit. Danach verschwand das Tier samt Beute.

Wurde der Kaiman ausgesetzt?

«Die genaue Beschreibung durch den Fischer lässt nach Einschätzung von Fachleuten darauf schliessen, dass es sich beim fraglichen Reptil um einen Kaiman handeln könnte», heisst es weiter. Gesehen habe er das Tier zwischen Beinwil am See AG und Mosen LU.

Es sei davon auszugehen, dass das Tier aus einer illegalen Haltung stammt und ausgesetzt worden war. Denn: Kaimane sind eine Unterfamilie der Alligatoren und unterstehen dem Artenschutzübereinkommen. Wer einen Kaiman halten will, braucht eine Bewilligung.

Die Polizei suchte am Montag das Ufer ab. Von einem Kaiman fand man aber keine Spur. Weitere Suchaktionen werden nun geprüft.

Keine akute Bedrohung für Menschen

Woher das Tier stammen könnte, ist unklar: «Hinweise zur Herkunft des Kaimans und möglichen früheren Tierhaltern liegen bislang nicht vor.» Die Kapo Aargau hat mit Unterstützung des Veterinärdienstes Ermittlungen aufgenommen.

Eine Gefahr für Menschen sei das Tier nicht: «Laut Einschätzung eines beigezogenen Experten geht von einem Tier dieser Art und Grösse keine akute Bedrohung für Menschen, namentlich für Badende oder Spaziergänger, aus.» Solche Reptilien seien grundsätzlich scheu und reagierten erst aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. Zu ihrem Beuteschema gehören Fische und Kleintiere. Kaimane jagen vorwiegend in der Abenddämmerung in flachem Wasser.

Die Polizei bittet um Wachsamkeit, da die Suche nach einem solchen Tier sehr schwierig ist: Wer das Tier sieht, soll sich umgehend bei der Polizei melden. Man soll sich dem Tier nicht nähern und nicht versuchen es einzufangen.

Zudem sucht die Polizei nach «Personen, die verdächtige Feststellungen im Zusammenhang mit einer privaten Reptilienhaltung gemacht haben.»

Normalbetrieb in der Badi

Im Strandbad Beinwil am See wurde man über die Sichtung informiert, damit man auf Fragen von möglicherweise beunruhigten Gästen reagieren könne. Derzeit laufe der Badebetrieb im Normalbetrieb weiter.

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