Wegen Kontrollen - Polizei und Autotuner pöbeln sich gegenseitig auf Insta an
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Wegen KontrollenPolizei und Autotuner pöbeln sich gegenseitig auf Insta an

Das Basler Hafengebiet ist ein beliebter Treffpunkt für Liebhabende schneller Autos. Seit einiger Zeit geht die Polizei konsequent gegen Treffen vor. Inzwischen taggt sie Insta-Accounts der Szene in ihren Posts.

von
Steve Last
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Die Kantonspolizei Basel-Stadt fordert auf Instagram Autotuner dazu auf, zu einer spontanen Kontrolle zu fahren.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt fordert auf Instagram Autotuner dazu auf, zu einer spontanen Kontrolle zu fahren.

Screenshot Instagram
Seit einiger Zeit versuchen die Behörden, die Tuner-Szene mit intensiven Kontrollen aus dem Hafenareal zu vertreiben.

Seit einiger Zeit versuchen die Behörden, die Tuner-Szene mit intensiven Kontrollen aus dem Hafenareal zu vertreiben.

Polizei BS
Die jüngste Kontrolle am Donnerstag erfolgte, nachdem auf Social Media in der Szene ein Treffen angekündigt wurde.

Die jüngste Kontrolle am Donnerstag erfolgte, nachdem auf Social Media in der Szene ein Treffen angekündigt wurde.

Screenshot Instagram

Darum gehts

  • Die Basler Polizei hat sich auf Instagram einen Schlagabtausch mit Autotunern geliefert.

  • Die Behörden versuchen seit einiger Zeit, die Tuner-Szene aus dem Hafenareal zu vertreiben und kontrollieren intensiv.

  • Die gegenseitigen Provokationen und Pöbeleien auf Social Media sind ein neuer Schauplatz der Auseinandersetzung.

Immer wieder erwischt die Basler Polizei Personen mit illegal modifizierten Autos im Hafenareal. Das Gebiet ist ein beliebter Treffpunkt der Tuner-Szene, die laut Medienmitteilung der Behörden zu einem Treffen am Donnerstag aufgerufen hat. Die Polizei sperrte kurzerhand das Areal ab und kontrollierte Autos in der Umgebung. Die Ausbeute: Zwei Anzeigen wegen unerlaubten technischen Veränderungen am Fahrzeug.

Es gab aber noch einen Schauplatz: Instagram. Dort war offenbar zu dem Treffen am Hafen aufgerufen worden. Die Polizei taggte die entsprechenden Szene-Accounts gleich in ihrer eigenen Story und rief Tuner gewissermassen dazu auf, mit ihren Autos vorbeizukommen. «Wir haben noch Platz», heisst es zu einem Bild der Kontrolle.

Reaktion folgt schnell

Weil Polizei und Staatsanwaltschaft die Tuner als Autoposer bezeichnen, revanchierte sich einer der Szene-Accounts damit, die Polizei als Veloposer zu betiteln, weil sie ihre neuen E-Bikes auf Instagram vorgestellt hatte.

Im weiteren Verlauf amüsierten sich Personen, die hinter auf den Szene-Accounts posten, über die Polizei. Neben Kommentaren zu den Beiträgen der Polizei posteten sie ihre eigenen Bilder von der Kontrolle, um zu beweisen, dass sie dem Aufruf der Polizei gefolgt sind, ohne erwischt zu werden. Dabei taggten sie jeweils den Account der Behörden.

Verschärftes Vorgehen

Die Polizei hat in den vergangenen Wochen die Kontrolltätigkeit im Hafengebiet erhöht, dies wegen eigener Beobachtungen und Meldungen aus der Bevölkerung, wie sie schreibt. So wurden etwa im Februar innert zwei Stunden knapp 200 Autos kontrolliert und 16 Personen zur Anzeige gebracht, zwölf von ihnen wegen illegalen Tunings. Eine Woche später mündete eine Kontrolle von 510 Autos in 27 Anzeigen.

Neben der unerlaubten Modifikation von Autos und dem Verursachen von unerlaubten Lärm werden im Hafenareal auch weitere Delikte festgestellt. So verursachte ein Autofahrer bei einem Manöver im Januar erheblichen Sachschaden. Auch werden immer wieder Autos geblitzt, die zu schnell unterwegs sind.

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