Krawalle in Athen: Polizei und Chaoten liefern sich Schlacht
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Krawalle in AthenPolizei und Chaoten liefern sich Schlacht

Die Proteste gegen das Sparprogramm der Regierung in Griechenland sind in Gewalt umgeschlagen. Demonstranten gehen auf Polizisten los, die Beamten antworteten mit Tränengas.

Nach dem Streik jetzt die Gewalt. In Griechenland liefern sich seit Mittwochnachmittag die Polizei und Chaoten Strassenschlachten. Ein Wachposten vor dem Präsidentenpalast wurde in Brand gesteckt, Demonstranten schlugen mit Hämmern und Brechstangen auf mehrere Gebäude ein, zerstörten Schilder von Banken und warfen Fenster ein. Zehntausende hatten sich am Mittwoch anlässlich eines zweitägigen Generalstreiks zu Protesten in der Athener Innenstadt zusammengefunden.

Der Generalstreik hat das öffentliche Leben am Mittwoch weitgehend lahmgelegt. Zu dem zweitägigen Streik haben die beiden grössten griechischen Gewerkschaftsverbände des privaten und öffentlichen Sektors aufgerufen.

Der Protest richtet sich gegen die für Donnerstag im Parlament geplante Verabschiedung eines neuen Sparpakets, das unter anderem die schrittweise Entlassung von 30 000 Staatsbediensteten vorsieht. Zugleich sollen die Gehälter und Löhne von Beamten und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes um weitere 20 Prozent gekürzt sowie neue Steuern erhoben werden.

Der Aufruf zum Ausstand wurde am Mittwoch breit befolgt. Die Fluglotsen legten für zwölf Stunden die Arbeit nieder und verhinderten so Starts und Landungen von Flugzeugen. Auch die Busfahrer streikten, die U-Bahn nahm ihren Betrieb dagegen am Morgen wieder auf.

Land wartet auf neue Finanzhilfe

Dem Streik schlossen sich unter anderen Taxifahrer, Staatsbedienstete, Ärzte, Lehrer und Tankstellenpächter an. Die Seeleute setzen ihren seit Tagen andauernden Ausstand fort.

Im hoch verschuldeten Griechenland finden seit Wochen immer wieder Streiks aus Protest gegen den Sparkurs der Regierung statt. Das Land wartet derzeit auf neue Finanzhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Gegenzug muss Griechenland eine strikte Sparpolitik verfolgen und zahlreiche Privatisierungen vornehmen.

Der Abschlussbericht der Experten der sogenannten Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), IWF und EU-Kommission für die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von acht Milliarden Euro an Griechenland wird in den kommenden Tagen erwartet. Die Entscheidung über die Freigabe der Summe aus dem 2010 verabschiedeten Hilfspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro treffen sodann die Finanzminister der Euro-Staaten und das IWF-Direktorium. (sda)

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