Aktualisiert 06.10.2017 20:10

Antifa-Kundgebung

Polizei unterbindet Demo in Bern

Exakt zehn Jahre nach der «Schande von Bern» luden Linksautonome zu einer illegalen Demo. Mit einem Grossaufgebot verhinderte die Polizei grössere Ausschreitungen.

von
fur

Ein Grossaufgebot der Polizei hat am Freitagabend in der Berner Innenstadt Präsenz markiert. Grund dafür war eine angekündigte, unbewilligte antifaschistische Demonstration. Zu einer grösseren Kundgebung kam es indessen bis 21.30 Uhr nicht.

Ein dem linksautonomen Lager nahestehendes Bündnis hatte zur Kundgebung aufgerufen. Schon am frühen Abend glich Bern einer Festung. An zahlreichen Stellen in der Innenstadt standen Polizeikräfte in Vollmontur bereit.

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Die Berner Polizei umstellt die Reitschule.

Die Berner Polizei umstellt die Reitschule.

kein Anbieter/(mwi)
Jeder der verdächtig erscheint, wird kontrolliert.

Jeder der verdächtig erscheint, wird kontrolliert.

kein Anbieter/(mwi)
Die Berner Polizei zeigt in der Altstadt Präsenz.

Die Berner Polizei zeigt in der Altstadt Präsenz.

kein Anbieter/Kapo Bern

Die Polizei kontrollierte verschiedene Personen. Die Kundgebungsteilnehmer wollten sich laut Aufruf um 19.30 Uhr beim Zytglogge versammeln. Zu einer grösseren Ansammlung kam es aber weder dort noch bei der Reitschule.

Katz- und Maus-Spiel

Über Soziale Medien wurden immer wieder diverse neue Treffpunkte kommuniziert - ein Katz- und Maus-Spiel. Zu einer grösseren Kundgebung kam es bis nach 21 Uhr nicht. Einzig beim Bubenbergplatz konnte sich eine Gruppe von mehreren Dutzend Personen lautstark bemerkbar machen und dann Richtung Reitschule abziehen.

Die Polizei riegelte sofort die Strassen an der Route Bahnhof-Reitschule ab. Dann blieb es wieder ruhig.

Linksautonome Kreise hatten im Internet und auf Aushängen für die Kundgebung mobilisiert. Das Datum des 6. Oktober dürfte nicht zufällig gewählt sein, denn exakt vor zehn Jahren kam es in Bern am Rand einer SVP-Wahlveranstaltung mit dem damaligen Bundesrat Christoph Blocher zu heftigen Randalen Linksautonomer.

Die Berner Stadtregierung hatten bereits vor Tagen verlauten lassen, dass sie die unbewilligte Kundgebung nicht tolerieren werde. Die Kantonspolizei liess wenig später verlauten, dass sie am Freitag und Samstag wegen der Kundgebung und diverser anderer praktisch gleichzeitig stattfindender Anlässe die meisten Wachen schliesst, um genügend Leute in Bern zur Verfügung zu haben.

Die Kundgebungsorganisatoren hatten am Mittwochabend in einer Mitteilung bekräftigt, sie wünschten sich eine «ruhige aber laute und inhaltsvolle» Demonstration. Sie forderten die Polizei auf, sich zurückzuhalten und den Zug marschieren zu lassen.

«Diverse faschistische Vorfälle»

Die Beweggründe für die Kundgebung seien diverse faschistische, rassistische und sexistische Vorfälle «sowie die Erstarkung von faschistischem Gedankengut in Europa oder den USA».

2015 hatte die Polizei in Bern bereits einmal einen antifaschistischen Abendspaziergang unterbunden. «Wir kommen wieder» kündigten die Demoorganisatoren an, und so musste die Polizei auch am darauffolgenden Wochenende in Grossformation anrücken - vergeblich, wie sich dann herausstellte.

(fur/sda)

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