Neue Fanstrategie: Polizei verärgert GC und die SBB

Aktualisiert

Neue FanstrategiePolizei verärgert GC und die SBB

Matchtickets nur im Extrazug – mit ihrer neusten Strategie hat die Stadtpolizei Zürich nicht nur FCB-Fans vergrault.

von
Roman Hodel
Kombiticket inakzeptabel: Auch GC-Fans wehren sich dagegen, Tickets für den Gästesektor nur noch im Zug kaufen zu können.

Kombiticket inakzeptabel: Auch GC-Fans wehren sich dagegen, Tickets für den Gästesektor nur noch im Zug kaufen zu können.

Gähnende Leere herrschte am Samstagabend bei GC – FCB im Gästesektor des Letzigrund-Stadions. Der Grund: Die Stadtpolizei Zürich hatte angeordnet, dass der Fanmarsch der FCB-Fans eng begleitet wird und Tickets für den Gästesektor nur im Extrazug, nicht aber an der Stadionkasse gekauft werden können.

«Das ist ein massiver Angriff auf die Freiheitsrechte», schrieb die Basler Muttenzerkurve – als Konsequenz blieben FCB-Fans dem Extrazug und dem Spiel mehrheitlich fern. Zwar öffnete GC die Gästesektor-Kasse dann doch in Absprache mit Polizei und Stadionmanagement. «Aus sicherheitstechnischen Gründen», erklärt GC-Kommunikationschef Adrian Fetscherin. «Trotzdem gingen uns Einnahmen von bis zu 50 000 Franken durch die Lappen.» Auch hätten sich FCB-Fans aus dem Raum Zürich bereits im Vorfeld beschwert, es könne nicht sein, dass man Gästesektortickets nur in einem Zug ab Basel anbiete. «Es ist ja lobenswert, neue Ansätze zu finden, um die Fanproblematik zu lösen», sagt Fetscherin. «Doch die neuste Strategie ist nicht der Weisheit letzter Schluss.»

Ebenfalls nicht erfreut ist man bei den SBB: «Wir wussten nichts vom Ticketverkauf im Extrazug», sagt Sprecher Reto Kormann. Der fast leere Fanzug habe nicht nur Kosten verursacht, sondern auch dazu geführt, dass Hunderte Fans in regulären Zügen unterwegs waren. Kormann: «Solche Strategien müssen mit uns abgesprochen sein.»

Die Stadtpolizei wird laut Sprecher René Ruf «wie üblich eine Analyse mit Beteiligten» vornehmen. Er sagt: «Positiv ist, dass es zu keinen Ausschreitungen kam – klar aber wäre ein Match mit Gästefans schöner gewesen.»

FCZ-Chaoten wüteten in St. Gallen

Nach dem Super-League-Spiel FCSG – FCZ am Samstagabend haben FCZ-Chaoten vor der AFG-Arena randaliert: Sie griffen laut Mitteilung der St. Galler Stadtpolizei «grundlos» Polizisten an – und zwar mit Schottersteinen, Eisen- und Fahnenstangen sowie Eternitteilen einer Gebäudefassade. Erst durch den Einsatz von Gummischrot habe sich die Situation beruhigt. Zudem sei es zu Sachbeschädigungen gekommen. Verletzt wurde niemand.

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