Krise in Tunesien: Polizei verhaftet mutmassliche Attentäter
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Krise in TunesienPolizei verhaftet mutmassliche Attentäter

Anfang Februar wurde der tunesische Oppositionspolitiker Chokri Belaïd ermordet - das Land stürzte in eine tiefe Krise. Jetzt hat die Polizei mehrere Verdächtige verhaftet.

Die tunesischen Behörden haben im Zusammenhang mit der Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd Festnahmen vorgenommen. Die Ermittlungen kämen gut voran, teilte Innenminister Ali Larayedh am Donnerstag mit. Angaben zur Zahl oder Identität der Festgenommenen machte er nicht.

Zuvor hatte Zied Lakhdhar, ein Führungsmitglied von Belaïds Partei der Demokratischen Patrioten (PDPU) erklärt, «keinerlei Vertrauen» in die von Mitgliedern der islamistischen Ennahda-Partei geführten Ministerien für Inneres und Justiz haben. Die Tötung Belaïds sei «nicht das Werk einzelner Individuen, sondern eines über logistische Unterstützung verfügenden Netzes».

Verlettze Polizisten bei Schiesserei

In der als Wiege der tunesischen Revolte geltenden Stadt Sidi Bouzid im Südwesten des Landes wurden nach Angaben eines Arztes zwei Polizisten bei einem Schusswechsel mit vier bewaffneten Männern verletzt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, umstellten Polizisten und Soldaten am Abend die Rahma-Moschee im Zentrum der Stadt, in der sich die mutmasslichen Salafisten verschanzt hielten.

Tunesien steckt seit der Ermordung Belaïds am 6. Februar in einer tiefen politischen Krise. Landesweit gab es seitdem Proteste gegen die Ennahda, die von Belaïds Umfeld für dessen Tod verantwortlich gemacht wird.

Regierungschef Hamadi Jebali von der Ennahda scheiterte mit seiner Forderung, das Kabinett umzubilden und eine Expertenregierung auf die Beine zu stellen, an Hardlinern seiner eigenen Partei. Am Dienstag erklärte er seinen Rücktritt, die von seiner Partei geforderte Rückkehr in sein Amt lehnte er am Donnerstag ab. (sda)

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