Drama in Cairns: Polizei verhaftet Mutter der toten Kinder
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Drama in CairnsPolizei verhaftet Mutter der toten Kinder

Der Tod von acht Kindern erschüttert Australien. Die Polizei geht von einem Familiendrama aus. Die Aussagen von Nachbarn scheinen diese Theorie zu stützen.

von
dia
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In der australischen Stadt Cairns hat die Polizei einen schrecklichen Fund gemacht.

In der australischen Stadt Cairns hat die Polizei einen schrecklichen Fund gemacht.

Keystone/AP/Graeme Bint
In einem Haus fand sie die Leichen von acht Kindern.

In einem Haus fand sie die Leichen von acht Kindern.

Keystone/AP/Graeme Bint
Auch eine verletzte Frau fanden die Beamten vor Ort. Sie dürfte die Mutter der getöteten Kinder sein.

Auch eine verletzte Frau fanden die Beamten vor Ort. Sie dürfte die Mutter der getöteten Kinder sein.

AFP/Catherine Shaw

Nur wenige Tage nach der tödlichen Geiselnahme in Syndey, sorgt in Australien erneut eine schreckliche Tat für Schlagzeilen. Acht Kinder im Alter von 18 Monaten bis 15 Jahren wurden tot in einer Wohnung in der nordaustralischen Stadt Cairns aufgefunden. Mersane Warria, die Mutter von sieben der Kinder, wurde mit schweren Stichwunden ins Spital gebracht.

Doch was passierte in der Nacht auf Freitag? Die Polizei geht von einem Familiendrama aus. Im Fokus steht die Mutter. Die Polizei nahm sie als mutmassliche Täterin fest. Sie befindet sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AP im Spital unter Polizeigewahrsam.

Diese Theorie wird unterstützt, durch Aussagen von Nachbarn. So sagte eine Frau der australischen Zeitung «Herald Sun», sie habe die Mutter schreien gehört. So habe Warria gesagt: «Wir lassen sie uns nicht wegnehmen. Möge Gott uns schützen. Vergebt mir, was ich tun werde.»

War die Frau verwirrt?

Eine weiterer Nachbar will die Frau gesehen haben, wie sie persönliche Sachen vom Haus in den Garten getragen habe. «Sie sagte, sie wolle neu beginnen», wird ein Mann zitiert. Eine Frau will zudem Schreie aus dem Haus gehört haben.

Die Angaben eines 13-jährigen Mädchens scheinen auf eine geistige Verwirrung der Frau hinzuweisen. «Sie nannte sich selbst eine Kriegerin. Und sie sagte, Gott habe ihr die Kraft gegeben, alles zu schaffen», sagte die Teenagerin der Nachrichtenagentur AAP.

Bruder fand Leichen

Am Freitagmorgen soll ein Bruder der Kinder die Leichen gefunden haben. Die Nachrichtenagentur AP zitiert Lisa Thaiday, die nach eigenen Angaben die Cousine der verletzten Frau sein soll. Sie wolle sich um den 20-Jährigen kümmern. «Ich werde jetzt nach ihm sehen, er braucht Trost. Wir sind eine grosse Familie. Ich kann es einfach nicht glauben», sagte Thaiday.

Die Thaidays sollen wie viele im Ort von den Torres-Straits-Islands, einer kleinen Inselgruppe an der Nordspitze Australien, stammen. Die Bewohner des Quartiers sind schockiert. Nachbarschaft steht unter Schock.

Fassungslosigkeit in Gemeinde

Eine der Anwohnerinnen ist Isabel Carpenter. In Tränen aufgelöst sagt sie im australischen Fernsehen: «Kaum vorzustellen, ich habe selbst sieben Kinder.»

Ngatu Tenu ist mit der Mutter befreundet, wie sie im Fernsehen berichtet. «Entsetzlich, wir kennen uns alle hier, das trifft uns alle wie ein Schlag.» Colette Pettersen organisiert für den Abend eine Mahnwache im Munroe-Martin-Park und startet eine Facebook-Seite: «In Erinnerung an die Kleinen, die wir verloren haben», schreibt sie.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

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