Facebook-Treff in Genf: Polizei verhindert Massenbesäufnis
Aktualisiert

Facebook-Treff in GenfPolizei verhindert Massenbesäufnis

Tausende junger Menschen verabreden sich via Facebook in einem Park und trinken gemeinsam ihren mitgebrachten Alkohol: Botellón, der Trend aus Spanien, hat die Schweiz erreicht.

von
Daniel Waldmeier

Gegen 1300 Jugendliche versammelten sich am 18. Juli im Parc aux Bastions in Genf, zum ersten Botellón der Schweiz. Zusammengefunden hatte die Menge dank der Community-Site Facebook, wo der Genfer Student Javier Martinez zum Massen­event aufgerufen hatte. Die Feierwütigen brachten gros­se Mengen Alkohol aus Supermärkten mit. Das Fest war ausschweifend; laut Westschweizer Zeitungen glich der Park nachher einem «Schweinestall». Vom zweiten Genfer Botellón, der auf letzten Freitag angesetzt war, bekam die Stadt Wind und sperrte den Park kurzerhand ab.

Der Schweizer Botellón-Pionier Martinez will die Spontanversammlungen aber trotz des behördlichen Widerstands regelmässig durch­führen – und die Idee findet bereits Nachahmer. Am 23. August soll in Lausanne ebenfalls eine solche Freiluftparty steigen: «Ich erwarte mehr als 1000 Leute zum Botellón, vielleicht schlagen wir damit Genf», sagt der Organisator Raphaël Lutz. Der 24-jährige Student ist sich sicher: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Botellones auch auf Zürich, Bern oder Basel überschwappen.»

70 000 halten Weltrekord

Das Mutterland des ­Botellón ist Spanien, wo man anfangs der 90er-Jahre von den hohen Preisen in Bars und Clubs genug hatte. Waren es ­anfänglich vor allem kleinere Spontan­versammlungen an ­öffentlichen Orten, kommt es in Spanien seit etwa 2002 zu ­grösseren Massenbesäufnis­sen: 70 000 Jugendliche sollen sich laut der spanischen Zei­­tung «El Mundo» im März 2004 in Sevilla zu einem so genannten Makro­botellón zusammengefunden ­haben.

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