Aktualisiert 01.08.2006 15:25

Polizei verhindert Neonazi-Sturm auf die Lenzburg

Die Polizei hat heute Morgen einen Ansturm von 150 bis 200 Rechtsextremen auf die Lenzburg im Kanton Aargau erfolgreich verhindert. Den Neonazis wurde der Zugang unter Androhung von Zwangsmitteln verwehrt, sodass Bundesrat Schmid seine 1.-August-Rede ungestört halten konnte.

Die schwarz gekleideten Rechtsextremen versammelten sich gegen 10.00 Uhr auf der Lenzburger Schützenmatte und setzten sich darauf zu Fuss in Richtung Burghügel in Bewegung. Dort verwehrte ihnen ein Sicherheitsdispositiv der Polizei den Zutritt, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte. Die Personen zogen sich darauf zurück und versuchten in kleineren Gruppen auf anderen Wegen aufs Schloss zu gelangen. Auch diese Aktionen wurden von der Polizei erfolgreich verhindert. Dabei war die Androhung von Zwangsmitteln nötig, wie Polizeisprecher Bernhard Graser sagte. Nach einem Demonstrationszug von rund 80 Personen durch die Ortschaft löste sich die Kundgebung auf. In rund 50 Autos fuhren die Rechtsextremen mit unbekanntem Ziel fort.

Laut Polizei wurden am Rande Personenkontrollen durchgeführt. Festnahmen gab es nicht. Verbotene Gegenstände oder Waffen wurden nicht sichergestellt. Die Rechtsextremen stammten laut Polizei mehrheitlich aus Deutschschweizer Kantonen, wobei auch einige Personen aus dem Tessin und dem Wallis angereist waren.

Gegen jede Form von Extemismus

Bundesrat Samuel Schmid hat am Nationalfeiertag jede Form von Extremismus als «unschweizerisch» bezeichnet. Er reagierte damit auf den Versuch der Rechtsextremen, das Schloss Lenzburg zu stürmen.

Extremismus entspreche «nicht unserer politischen Kultur», sagte Bundesrat Samuel Schmid nach seiner Rede. Alle seien aufgerufen, sich deutlich davon abzusetzen. Diese Leute müssten in die Schranken gewiesen werden.

Es gehe ihnen nicht um seine Person, sondern um die Autorität, sagte er. Die Aargauer Polizei habe «sehr kompetent und überlegen» eingegriffen, sagte Schmid und dankte für die «würdige Feier».

Er hatte mit seiner Rede wie geplant kurz nach 11.00 Uhr beginnen können. Schmid rief in seiner Rede zum Neinsagen zu latentem Antisemitismus, zu Neonazis und zu gewaltbereiten Linksextremisten auf. (dapd)

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