Polizei verhinderte Enthauptung
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Polizei verhinderte Enthauptung

Heute Morgen wurden acht mutmassliche Terroristen in Birmingham verhaftet. Sie wollten offenbar einen muslimischen Soldaten der englischen Armee entführen. Laut Medienberichten sollte mit dem Mann später ein Enthauptungsvideo gedreht werden.

Die acht am Mittwoch bei einer Razzia in Birmingham Festgenommenen hätten einen Menschen entführen, köpfen und das Hinrichtungsvideo im Internet veröffentlichen wollen, wurde heute aus Sicherheitskreisen bekannt.

Der Plan habe kurz vor der Umsetzung gestanden, berichtete der britische Sender BBC. Die mutmasslichen Täter sollen bereits einen jungen muslimischen Soldaten der britischen Streitkräfte, der in Afghanistan im Einsatz war, zum Opfer bestimmt haben.

Das potentielle Entführungsopfer dient gemäss «CNN» derzeit im Irak.

Der britische Sender «Sky Television» meldete, ihm sei die Identität des vorgesehenen Opfers bekannt. Die Tat hätte sich nach dem Vorbild irakischer Extremisten abgespielt. Im Irak waren in den vergangenen Jahren etliche Geiselhinrichtungen gefilmt und veröffentlicht worden.

Neue Taktik

Von Seiten der Polizei hiess es offiziell lediglich, die festgenommenen Personen stünden im Verdacht, Anschläge vorbereitet, in Auftrag gegeben oder angestiftet zu haben.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der womöglich geplante Anschlag sei nicht auf die Tötung möglichst vieler Menschen hin angelegt gewesen. «Es war kein Plan von der Art eines U-Bahn-Massenanschlags oder so.» Vielmehr habe es sich um eine neue Taktik der Extremisten gehandelt.

Alle Festnahmen in Birmingham

Alle Verdächtigen wurden im Morgengrauen in Birmingham festgenommen. Dort sperrte die Polizei mehrere Strassen ab. Vorsichtshalber würden die Polizeikräfte an den Orten der Festnahmen verstärkt, teilte die Polizei der West Midlands mit.

Es gebe jedoch keine spezielle Bedrohung für die Gegend. Das mittelenglische Birmingham ist die zweitgrösste Stadt Grossbritanniens. Viele Muslime leben in Birmingham.

Die Regierung erklärte, die Polizeiaktion verdeutliche, dass Grossbritannien sich nach wie vor einer realen und ernsthaften Terrorgefahr ausgesetzt sehe. Nach Ansicht von Geheimdiensten sind weitere Anschläge auf den britischen Inseln ziemlich wahrscheinlich. Es gilt die zweithöchste Sicherheitsstufe.

Im vergangenen Jahr hatte der Inlands-Geheimdienst MI5 davor gewarnt, dass Extremisten etwa 30 Anschlägen planten. Etwa 1600 Verdächtige würden beobachtet.

Im Juli 2005 waren bei den schlimmsten Anschlägen in Friedenszeiten in Grossbritannien 52 Menschen getötet worden. Selbstmordattentäter zündeten ihre Sprengsätze in der Londoner U- Bahn und in einem Bus.

Im Sommer 2006 vereitelte die britische Polizei eigenen Angaben zufolge Anschläge auf Flüge in die USA. In Folge wurden die Sicherheitsregeln für Handgepäck drastisch verschärft.

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