Aktualisiert 10.07.2015 03:37

FKK am Fluss

Polizei verteilt Bussen wegen Sex an der Sense

An den Ufern der Sense geht es heiss zu und her: Wegen dem Verhalten von FKK-Badegästen kreuzten vor Ort die Ordnungshüter auf.

von
miw/cho
Die FKK-Szene an der Sense sorgt bei manchen Besuchern für rote Köpfe.

Die FKK-Szene an der Sense sorgt bei manchen Besuchern für rote Köpfe.

Sex on the beach an der Sense: Die lauschigen Plätzchen im Schwarzwassergraben in der Region Schwarzenburg locken auch dieses Jahr – nebst Familien – etliche Nudisten an. Besonders um die Ruchmühlebrücke soll die Freikörperkultur boomen – und sich auch bei Schwulen immer grösserer Beliebtheit erfreuen, wie eine Anwohnerin gegenüber 20 Minuten sagt. Ein Blick auf Gay-Cruising-Karten im Internet bestätigt: Dortige Badeorte werden als Hotspots weiterempfohlen. So schreibt ein User: «Es ist ein wunderschönes FKK-Gebiet. Auch in Sachen Sex läuft da einiges.»

Die wachsende Szene ist jedoch manchem Besucher ein Dorn im Auge, bei der Kantonspolizei Bern gingen entsprechende Reklamationen ein. Die Kantonspolizei Bern hat aus diesem Grund an den Flussufern Personenkontrollen durchgeführt: «Es wurden mehrere Bussen wegen unanständigem Benehmen ausgestellt», bestätigt Kapo-Mediensprecherin Simona Benovici.

Nackte Glieder erregen Ärgernis

Auf einschlägigen Foren wird bereits gewarnt: «Auf der Berner Seite der Sense vermehrt die Polizei ihre Kontrollen. FKKler wurden sogar mit 90 Franken gebüsst», schreibt ein User.

Einigen begrüssen das Vorgehen der Polizei: «Splitternackte Männer mit erigierten Gliedern sonnen sich am Ufer, andere treibens in der Öffentlichkeit», so eine Leser-Reporterin zu 20 Minuten. Sie habe schon beobachtet wie sich einzelne Männer anderen richtiggehend angeboten hätten. Andere nehmen das Treiben gelassen – so kann eine Einwohnerin aus Alblingen die Polizeikontrollen nicht nachvollziehen: «Die Polizei soll sich doch besser um bedeutende Dinge kümmern.» Man solle die nackten Grilleure und freizügigen Sonnenanbeter in Ruhe lassen, ganz nach dem Motto: «Leben und leben lassen.»

Bastian Baumann von Pink Cross, dem Schweizer Dachverband der Schwulen, sagt: «FKK funktioniert nur mit gegenseitigen Einverständnis und Respekt.» Wie sinnvoll es ist, dass die Polizei jetzt Bussen verteile, könne er nicht beurteilen, aber: «Ich bin davon überzeugt, dass Aufklärungsarbeit nachhaltiger ist.»

Weniger Platz wegen hohen Temperaturen

Üblicherweise komme es nicht zu Zusammenstössen zwischen Familien und FKKlern, meint ein Ortskundiger: «Die heissen Tagen sind schuld.» Das viele Volk müsse sich die einzelnen Nischen nun teilen, «normalerweise gibt es genügend andere Plätze, um der Gay-Szene aus dem Weg zu gehen». So würden gerade Externe ihre Badetücher unwissentlich an den Schwulen-Stränden ausbreiten.

Denn Einheimische würden die Reihenfolge kennen: Um die Brücke ist die Familien-Zone, dann kommt der FKK-Bereich für Heteros und schliesslich der Gay-Bereich.

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