Basel: Polizei vetreibt Besetzer im Gellert nach einem Tag
Aktualisiert

BaselPolizei vetreibt Besetzer im Gellert nach einem Tag

Eine Gruppierung namens Familie Falke hat am Montagmorgen eine Häuserzeile an der Hardstrasse im Gellert-Quartier besetzt. Die Polizei räumte die Häuser bereits am späten Nachmittag.

von
lha
1 / 5
Fertig lustig: Die Polizei räumte die Besetzung am Montag noch am späten Nachmittag. Seither sind mögliche Eingänge mit Bretterverschlag verbarrikadiert.

Fertig lustig: Die Polizei räumte die Besetzung am Montag noch am späten Nachmittag. Seither sind mögliche Eingänge mit Bretterverschlag verbarrikadiert.

20 Minuten/lha
Am Vormittag präsentierte sich die Szenerie noch so: Im vornehmen Gellert-Quartier hat ein Kollektiv die Liegenschaften Hardstrasse 112-116 besetzt.

Am Vormittag präsentierte sich die Szenerie noch so: Im vornehmen Gellert-Quartier hat ein Kollektiv die Liegenschaften Hardstrasse 112-116 besetzt.

20 Minuten/lha
Die Häuserzeile Hardstrasse 112 bis 116 steht seit Jahren leer und gilt als Schandfleck im noblen Quartier, wo viele gutsituierte Basler daheim sind.

Die Häuserzeile Hardstrasse 112 bis 116 steht seit Jahren leer und gilt als Schandfleck im noblen Quartier, wo viele gutsituierte Basler daheim sind.

20 Minuten/lha

Am frühen Montagmorgen hat eine Gruppierung, die als Familie Falke auftritt, an der Hardstrasse die Liegenschaften 112 bis 116 besetzt. Die Häuserzeile stehe seit mehreren Jahren leer und sei dem Verfall ausgesetzt, heisst es in einem Schreiben der Besetzer, das am Montagmorgen veröffentlicht wurde. «In Anbetracht der Wohnungsnot in Basel-Stadt wollen wir dem nicht länger zusehen.»

Die Besetzer sind nach eigenen Angaben eine Gruppe von jungen Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren. Wie viele sie sind, wollen sie nicht verraten. «Das ist vorerst ein Familiengeheimnis», sagt ein Sprecher des Kollektivs. Sie seien Handwerker, Musiker und Künstler, die die verlassenen Häuser durch Zwischennutzung neu beleben möchten. Sie stellen auch klar: «Wir sind keine Gruppe, die diesen Ort für Partys und ähnliche Exzesse ausnutzen möchte, sondern friedlich und konzentriert arbeiten und leben möchte.»

Eigentümer wollte nicht verhandeln

Die Polizei tauchte allerdings bereits am Nachmittag gegen 16.15 Uhr mit einem Dutzend Mann bei der besetzten Liegenschaft auf und legte einen Räumungsbefehl vor. Die Besetzer leisteten dem ohne Widerstand Folge und konnten so davon ziehen, ohne kontrolliert zu werden. Die Spaini Bau AG, der die Häuserzeile gehört, hatte offensichtlich gar nicht erst versucht, mit den Besetzern in Dialog zu treten und ging schnurstracks zur Polizei, um Strafantrag zu stellen. «Das macht uns traurig, wir wollten die Häuser hier friedlich zwischennutzen», sagte einer der Besetzer kurz nach der Räumung.

Ärger über langen Leerstand

Dem neutralen Quartierverein St. Alban-Gellert ist der Zustand der besetzten Eckliegenschaft seit Jahren ein Dorn im Auge. «Ich glaube, die Häuser stehen seit circa zehn Jahren leer», sagt NQV-Präsidentin Beata Wackernagel. In seinem «Quartierkurier» sprach der NQV auch schon von einer «schleichenden Verslummung». Der Verein wurde wiederholt beim Eigentümer vorstellig, der allerdings bis jetzt keine konkreten Pläne präsentierte. Ein Artikel zur Liegenschaft im «Quartierkurier» des NQV St. Alban-Gellert im Jahr 2013 trug sinnigerweise den Titel «Occupez-moi!».

Deine Meinung