Affoltern am Albis ZH: Polizei war nicht über CBD-Zigaretten informiert
Aktualisiert

Affoltern am Albis ZHPolizei war nicht über CBD-Zigaretten informiert

Die Gemeindepolizei Affoltern a. A. hat die Busse wegen CBD-Zigaretten gegen einen 19-Jährigen zurückgezogen. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt keine Informationen im Polizeisystem.

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tür
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Die Busse der Kommunalpolizei Affoltern, die dem 19-jährigen CBD-Raucher ausgestellt wurde.

Die Busse der Kommunalpolizei Affoltern, die dem 19-jährigen CBD-Raucher ausgestellt wurde.

Dies, obwohl die Zigaretten vom Bundesamt für Gesundheit zugelassen sind und industriell gefertigt werden.

Dies, obwohl die Zigaretten vom Bundesamt für Gesundheit zugelassen sind und industriell gefertigt werden.

Claudia Link
Weil die Beamten aber nicht beurteilen konnten, ob es sich um eine Manipulation handelt, wurde der 19-Jährige trotzdem gebüsst.

Weil die Beamten aber nicht beurteilen konnten, ob es sich um eine Manipulation handelt, wurde der 19-Jährige trotzdem gebüsst.

Der Fall der CBD-Busse sorgte für Aufruhr: Am 19. August büsste eine Polizistin der Kommunalpolizei Affoltern am Albis in Zwillikon ZH einen 19-Jährigen, weil er eine CBD-Zigarette der Marke Heimat geraucht hatte. Sie liess die drei Zigaretten sicherstellen, obwohl sie schon von der Marke gehört hatte. Sie habe aber nicht beurteilen können, ob in der industriell gefertigten Zigarette legaler CBD-Hanf oder illegaler Hanf mit hohem THC-Gehalt enthalten war.

Die inzwischen durchgeführte optische Prüfung hat ergeben, dass bei den konfiszierten Zigaretten «eine Manipulation unwahrscheinlich» ist, wie die Gemeinde Affoltern am Albis in einer Mitteilung vom Dienstagabend schreibt. Sprich: Sie enthalten keinen Drogenhanf. Deshalb wurde die Busse annulliert und der Jugendliche erhielt die drei sichergestellten Zigaretten zurück.

CBD- und THC-Hanf gleich behandelt

In der Gemeinde Affoltern wurden zu diesem Zeitpunkt CBD-Raucherwaren gleich behandelt wie THC-haltige, wie der Gemeindeschreiber Stefan Trottmann schreibt. Inzwischen habe man sich aber mit den Themen CBD und Heimat-Zigaretten auseinandergesetzt. «In den internen Polizeisystemen waren keine Hinweise zu den Heimat-Zigaretten abrufbar, weshalb wir mit der Kantonspolizei Kontakt aufgenommen haben», sagt Trottmann. «Wir werden bezüglich dem Thema Heimat-Zigaretten künftig gleich wie die Kantonspolizei Zürich vorgehen.»

Laut Werner Schaub, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, ist man froh, dass man sich bei der Gemeinde entschieden hat das gleiche Vorgehen zu übernehmen. «Der Umgang mit CBD-Hanf ist im Rapporthandbuch geregelt und es ist in der Tat so, dass wir betreffend der Heimat-Zigaretten keine Ergänzungen gemacht haben», so Schaub. Da es sich um industrielle gefertigte Zigaretten handle, die alle Auflagen im Kanton Zürich erfüllen, sehe man auch keine Notwendigkeit dies zu tun.

«Spüre keine Genugtuung»

Am Dienstag wurde auch dem 19-Jährigen mitgeteilt, dass die Busse zurückgezogen wird: «Man hat mir am Telefon gesagt, ich hätte einen Einspruch einreichen können, was ich jedoch bereits wusste. Aber das sehe ich nicht ein, da ich nichts illegales gemacht habe. Ist es nicht Sache der Polizei die Zigaretten zu überprüfen, ohne das ich Einspruch einreichen muss?», sagt der junge Mann, der anonym bleiben möchte. «Genugtuung spüre ich keine, aber für mich ist das jetzt geklärt, da es mir den Aufwand nicht wert ist und ich nicht nachtragend bin.»

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