Ostschweiz: Polizei warnt vor dreisten Bettler-Banden
Aktualisiert

OstschweizPolizei warnt vor dreisten Bettler-Banden

Bettler, die sich als Gehörlose ausgeben, sind in der Ostschweiz keine Seltenheit. Die Polizei warnt vor Spenden und sagt, was mit dem Geld wirklich passiert.

von
juu
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Vergangenen Mittwoch bemerkte ein Leser-Reporter in der Fussgängerzone in Wil SG ein ihm wohlbekanntes Paar beim Musizieren. «Vor ein paar Wochen waren sie noch gehörlos und sammelten Spenden», so der Mann.

Vergangenen Mittwoch bemerkte ein Leser-Reporter in der Fussgängerzone in Wil SG ein ihm wohlbekanntes Paar beim Musizieren. «Vor ein paar Wochen waren sie noch gehörlos und sammelten Spenden», so der Mann.

Leser-Reporter
Auf eine ähnliche Masche setzte neulich ein Bettler in Herisau AR: Der Mann bat mit einem Zettel in der Hand ebenfalls um Geld für ein Heim für Behinderte. Ein Leser-Reporter fotografierte den Mann, woraufhin dieser laut fluchend die Flucht ergriff.

Auf eine ähnliche Masche setzte neulich ein Bettler in Herisau AR: Der Mann bat mit einem Zettel in der Hand ebenfalls um Geld für ein Heim für Behinderte. Ein Leser-Reporter fotografierte den Mann, woraufhin dieser laut fluchend die Flucht ergriff.

Leser-Reporter FM1Today
Bereits wenige Tage später gelang es der Kantonspolizei St.Gallen, den Mann und einen Komplizen festzunehmen.

Bereits wenige Tage später gelang es der Kantonspolizei St.Gallen, den Mann und einen Komplizen festzunehmen.

Leser-Reporter FM1Today

Vergangenen Mittwoch erkannte ein Leser-Reporter ein ihm wohl bekanntes Paar in Wil SG wieder. Das Kuriose: Das laut singende Paar soll sich vor ein paar Wochen noch als gehörlos ausgegeben haben.

Ein vergleichbarer Vorfall ereignete sich vor einigen Wochen in Herisau: Mit einem Zettel in der Hand bettelte ein ebenfalls angeblich Gehörloser um Geld für ein Behindertenheim. Ein Leser-Reporter fotografierte ihn, worauf der Mann lautstark fluchend die Flucht ergriff.

Betteln ist strafbar

Für die Polizei ist das Vorgehen der Bettler nichts Neues: «Wir hatten auch schon mit vermeintlich Gehörlosen zu tun, die dann plötzlich doch reden konnten», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Meistens handle es sich um Fahrende. Diese würden bewusst versuchen, Mitleid zu erregen. «Zum Beispiel durch ihre Kinder, eine angebliche Krankheit oder sonst eine erfundene Leidensgeschichte», so Krüsi.

Er betont, dass in der Schweiz niemand betteln müsse, da man jederzeit Unterstützung beantragen könne, wenn man in einer finanziellen Notlage stecke. «Ausserdem ist Betteln verboten. Wir können die Bettler wegweisen und auch eine Ordnungsbusse in Höhe von 40 Franken verhängen», erklärt der Mediensprecher.

Bettlern nichts spenden

Er rät, allfälligen Bettlern kein Geld zu geben. «Wenn man ihnen Geld spendet, könnte man auch andere dazu motivieren, betteln zu gehen», so Krüsi. Ein weiterer Grund sei, dass das Geld fast nie dem angegeben Zweck zugute komme, sondern durch ein sogenanntes Drei-Stufen-System wandere, so Krüsi.

«Stufe eins sind die, die das Geld den Menschen abnehmen. Stufe zwei nimmt das Geld an sich und Stufe drei teilt das Geld unter den verschiedenen Roma-Clans auf oder finanziert die Weiterfahrt der Familien.» Dies ist laut Krüsi auch ein Grund, weshalb Bettler nur so wenig Bargeld bei sich hätten, wenn sie kontrolliert würden.

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