Kanton Bern: Polizei warnt vor Liebesbetrug im Internet
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Kanton BernPolizei warnt vor Liebesbetrug im Internet

Love Scammer schädigen Berner Liebesopfer: Seit Anfang Jahr betrogen sie elf Personen um insgesamt eine halbe Million Franken.

von
smü
Die Kapo Bern warnt vor Liebesbetrug im Internet.

Die Kapo Bern warnt vor Liebesbetrug im Internet.

Die Betrüger schalten auf Single-Plattformen, Partnerschaftsbörsen und sozialen Netzwerken im Internet ein Profil auf und gehen auf Single-Fang. Den kontaktierten einsamen Herzen gaukeln sie dann die grosse Liebe vor. Nach kurzer Zeit bitten sie die Berner Opfer dann um Geld: zur Begleichung von Arztrechnungen, zur Bezahlung von Reisen oder zur Hilfe bei einem finanziellen Engpass. Wie die Kantonspolizei Bern in einer Mitteilung schreibt, seien die Geschichten dazu «durchaus glaubhaft» gewesen.

Grosse Scham bei Opfern

«Die Betrüger nutzen falsche Identitäten, um mit den Menschen in Kontakt zu treten», sagt Kapo-Sprecher Andreas Hofmann. Die Kontaktaufnahme erfolge in verschiedenen Sprachen, etwa in Französisch oder Englisch. «Zu den Betrugsopfern gehören Männer und Frauen», so Hofmann weiter. Es sei für die Ermittler sehr schwierig, die Spur der Love Scammer zurückzuverfolgen - sie könnten aus irgendeinem Land operieren.

Seit Jahresbeginn wurden der Kapo 14 Betrugsfälle durch Love Scammer gemeldet, in elf Fällen waren die Täter erfolgreich. Insgesamt ertrogen sich die Love Scammer rund eine halbe Million Franken. Die Kapo geht von einer Dunkelziffer bei den Betrugsopfern aus - aus Scham würden sich wohl manche nicht melden. «Neben dem finanziellen Verlust kommt auch die Enttäuschung dazu», so Kapo-Sprecher Hofmann. Die Betrugsopfer hätten schliesslich angenommen, die grosse Liebe gefunden zu haben.

Die Polizei warnt davor, Geld an Personen zu überweisen, die man nur via Internet kennt. Misstrauen sei angebracht, wenn um Geld gebeten werde - sollte die Geschichte dazu auch noch so logisch oder rührselig klingen.

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