Aktualisiert 07.04.2005 08:11

Polizei weist Pilger weg

Überwältigt vom Massenansturm der Papst-Pilger in Rom haben die italienischen Behörden beschlossen, die Warteschlange vor dem Petersdom zu unterbrechen. Die Gläubigen würden umsonst warten, denn die Basilika wird heute Abend geschlossen.

Einen Tag vor der Beisetzung von Johannes Paul II. herrscht in Rom weiter Chaos: Auch am Donnerstagmorgen standen weiterhin hunderttausende Menschen in der kilometerlangen Warteschlange, um den im Petersdom aufgebahrten Leichnam des Papstes zu sehen.

Der Zivilschutz hatte am Mittwochabend allerdings entschieden, keine weiteren Gläubigen zu der Schlange hinzu zu lassen. Damit sollte verhindert werden, dass unzählige Menschen viele Stunden lang umsonst warten: Die Basilika wird am Abend für Besucher geschlossen, um die Vorbereitungen für die Beisetzung am Freitag einzuleiten.

Unterdessen forderte der italienische Zivilschutz weitere in Rom eintreffende Pilger auf, sich in das grosse Areal «Tor Vergata» am Stadtrand zu begeben, wo eine Zeltstadt aufgebaut wurde. «Der Vatikan kann keine weiteren Menschen mehr verkraften», hiess es.

Die Beisetzungszeremonie am Freitag wird auf sieben gigantischen Leinwänden in ganz Rom übertragen. Auf dem Petersplatz können maximal 300 000 der insgesamt fast vier Millionen erwarteten Pilger die Totenmesse verfolgen.

Am Morgen wollte der Vatikan das Testament des Pontifex veröffentlichen. Das 15-seitige Dokument hatte Johannes Paul II. auf Polnisch verfasst. Einige Absätze stammen Vatikanangaben zufolge bereits aus dem Jahr 1979.

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