Neuer Wasserwerfer: Polizei will 2000 Liter pro Minute spritzen können
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Neuer WasserwerferPolizei will 2000 Liter pro Minute spritzen können

Die Kantonspolizei Bern braucht einen neuen Wasserwerfer. Jetzt ist klar, wer ihn bauen darf – und was das neue Einsatzfahrzeug alles können muss.

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ct
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Die Berner Polizei verfügt über zwei Wasserwerfer. Der ältere der beiden, der aus den 60er-Jahren stammt, soll durch ein moderneres Modell ersetzt werden.

Die Berner Polizei verfügt über zwei Wasserwerfer. Der ältere der beiden, der aus den 60er-Jahren stammt, soll durch ein moderneres Modell ersetzt werden.

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Das etwas neuere Modell ist seit bald 20 Jahren im Einsatz. Es wurde damals auf Basis eines Feuerwehrautos aufgebaut und stammt auch von der Vogt AG in Oberdiessbach. Diese sollen jetzt einen weiteren Wasserwerfer für die Kapo Bern bauen.

Das etwas neuere Modell ist seit bald 20 Jahren im Einsatz. Es wurde damals auf Basis eines Feuerwehrautos aufgebaut und stammt auch von der Vogt AG in Oberdiessbach. Diese sollen jetzt einen weiteren Wasserwerfer für die Kapo Bern bauen.

Keystone/Peter Klaunzer

Der eine Wasserwerfer der Kantonspolizei Bern hat Jahrgang 1998 und der andere stammt sogar aus den 60er-Jahren. Weil der Oldtimer nicht mehr ganz auf dem neusten Stand der Technik ist, hat die Kapo im April einen Auftrag für einen neuen Wasserwerfer ausgeschrieben.

Nun ist klar, wer diese Ausschreibung gewonnen hat: Die Firma Vogt AG aus Oberdiessbach, welche auf Feuerwehrfahrzeuge spezialisiert ist, meldet der Bund. «Wir haben ja schon den anderen Wasserwerfer aus dem Jahr 1998 für die Kapo Bern gebaut und nun freuen wir uns sehr, dass wir den Zuschlag für den neuen auch bekommen haben», sagt Geschäftsführer Roland Leuthold zu 20 Minuten. «Der Aufrag ehrt uns sehr. Der Wasserwerfer ist auch ein Prestige-Objekt, den wir dann sicherlich das eine oder andere Mal in den Medien sehen werden.»

2 Millionen müssen erst noch bewilligt werden

Gebaut ist der Wasserwerfer für 1,977 Millionen Franken noch nicht, es existieren erst ein paar Skizzen. Auch der Liefertermin ist noch nicht bekannt. Denn zuerst muss noch der bernische Grosse Rat das Geld sprechen. Die Anschaffung dürften aber kaum umstritten sein, sagt Erich Hess (SVP) zu 20 Minuten. «Höchstens der stolze Betrag von 2 Millionen könnte zu Reden geben.»

In der Ausschreibung sind allerdings bereits einige Eckpunkte vorgegeben worden, die die Oberdiessbacher Firma beim Bau einhalten muss. So soll der Tank 9000 Liter fassen und die Düsen 2000 Liter Wasser pro Minuten mit 15 bar spritzen können. Zum Vergleich: Ein Tanklöschfahrzeug spritzt normalerweise auch 2000 bis 3000 Liter pro Minute, jedoch bei «nur» 10 bar. Die Durchlaufmenge einer Dusche liegt bei 15 bis 25 Liter pro Minuten und der Druck beträgt in etwa 3 bar.

«Die Kantonspolizei wird aber sicher noch einige Wünsche anbringen», so Leuthold. So muss dem Wasser Tränengas beigemischt werden können. «Auch die Einstellung des Tränengases muss sauber abgestimmt werden. Es darf nicht zu stark sein.» Die Vogt AG teste das Gefährt vor Auslieferung natürlich. «Ich war auch schon einmal bei einem solchen Test dabei und habe Tränengas abbekommen. Das ist sehr unangenehm. Ich wünsche niemandem, je vor einem Wasserwerfer zu stehen, wenn er in Aktion tritt.»

Reitschule will Oldtimer-Wasserwerfer kaufen

Die Vogt AG wird nach Auslieferung auch Schulungen bieten und den Service übernehmen. «Eben erst hatten wir kurz vor der Anti-WEF-Demo den anderen Wasserwerfer zur Wartung bei uns, weil die Zumischung von Tränengas kaputt war. Kaum geflickt, kam er ein paar Tage später schon zum Einsatz», erzählt Leuthold.

Was mit dem Oldtimer-Wasserwerfer der Kapo passiert, ist noch nicht geklärt. «Normalerweise beinhalten die Offerten auch, dass wir das alte Gerät zurücknehmen. In diesem Fall war das nicht so», sagt Leuthold. Die Kantonspolizei Bern gibt zu diesem Thema gegenüber 20 Minuten auch keine Auskunft.

«Es ist noch zu früh, um sagen zu können, was mit dem alten Wasserwerfer passiert», sagt Polizeisprecher Dominik Jäggi. Dieser stehe der Kapo zur Zeit weiterhin zur Verfügung. «Erst wenn der Beschaffungsprozess des neuen Wasserwerfers abgeschlossen ist, wird entschieden, was mit dem alten passieren soll.»

Mindestens einen potenziellen Abnehmer gäbe es schon: Die Reitschule hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Scherz angekündigt, den alten Wasserwerfer gerne kaufen zu wollen, «um damit den Vorplatz effektiver putzen» zu können.

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