Mehr schwere Körperverletzungen: Polizei will Gewalttaten beim Partyvolk verhindern
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Mehr schwere KörperverletzungenPolizei will Gewalttaten beim Partyvolk verhindern

Die Berner Kantonspolizei will am Wochenende während den Ausgangszeiten von Jungen stärker präsent sein. Grund dafür ist die Zunahme schwerer Gewalt im öffentlichen Raum.

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sul
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In den städtischen Ausgangsvierteln des Kantons will die Berner Polizei künftig noch präsenter sein. So zum Beispiel auch in der Berner Aarbergergasse...

In den städtischen Ausgangsvierteln des Kantons will die Berner Polizei künftig noch präsenter sein. So zum Beispiel auch in der Berner Aarbergergasse...

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...oder im Schützenmatte-Perimeter, wo die Reitschule situiert ist.

...oder im Schützenmatte-Perimeter, wo die Reitschule situiert ist.

Keystone/Alessandro Della Valle
Das birgt Konfliktpotenzial, kam es doch zwischen Linksautonomen und Polizisten in der Vergangenheit immer wieder zu Scharmützeln. Es sei aber keinesfalls die Idee, provokativ zu sein, sondern ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu schaffen, sagte dazu Thomas Sollberger von der Kriminalpolizei.

Das birgt Konfliktpotenzial, kam es doch zwischen Linksautonomen und Polizisten in der Vergangenheit immer wieder zu Scharmützeln. Es sei aber keinesfalls die Idee, provokativ zu sein, sondern ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu schaffen, sagte dazu Thomas Sollberger von der Kriminalpolizei.

Keystone/Stringer

Die gute Nachricht vorweg: Die Anzahl Straftaten im Kanton Bern ist erneut zurückgegangen und befindet sich auf einem Rekordtief. Gesamthaft 67'780 Straftaten hat die Kapo Bern 2017 erfasst, im Vorjahr waren es noch 72'941 gewesen. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Auch die Zahl der Gewaltstraftaten hat im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen. Es gebe allerdings eine Zunahme der Gewalt in den urbanen Zentren, die sich auf die Wochenenden konzentriere, sagte Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern, vor den Medien.

30 schwere Körperverletzungen mehr

Die Gewalt finde mehrheitlich in den Abendstunden bis zum frühen Morgen statt – «ein Phänomen der heutigen 24-Stunden-Gesellschaft». Die Berner Polizei will ihren neuen Schwerpunkt für das Jahr 2018 deshalb auf die Bekämpfung der Gewalt im öffentlichen Raum setzen. Im Fokus stehen junge Nachtschwärmer im Alter zwischen 18 und 30.

«Alkohol ist vielfach ein Treiber von Gewalt», sagte Kommandant Blättler. Kleine Streitereien würden schnell zu Schlägereien ausarten. Besonders die Anzahl schwerer Körperverletzungen ist 2017 gestiegen, wie ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt. 30 zusätzliche Fälle hat die Kantonspolizei registriert. Im Visier habe man auch Gewalttaten wie Körperverletzung, Raub und sexuelle Belästigung.

«Bern zu einem der sichersten Kantone machen»

Präsenz will die Polizei vor allem an Bahnhöfen, Ausgehvierteln und Parkplätzen zeigen. Der Fokus liegt auf den urbanen Räumen, vor allem auf den Städten Bern, Biel und Interlaken. In der Stadt Bern wird das konkret die Aarbergergasse und die Schützenmatte betreffen. Das birgt Konfliktpotenzial im Zusammenhang mit der dort situierten Reitschule, kam es doch zwischen Linksautonomen und Polizisten in der Vergangenheit immer wieder zu Scharmützeln.

Es sei keinesfalls die Idee, provokativ zu sein, sondern ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu schaffen, sagte dazu Thomas Sollberger von der Kriminalpolizei. «Wir setzen alles daran, den Kanton Bern zu einem der sichersten Kantone der Schweiz zu machen», lässt sich Blättler im Communiqué zitieren.

Polizei rechnet mit mehr Delikten

Für das nächste Jahr rechnet die Polizei mit einer Erhöhung der Anzahl an Delikten in der Kriminalstatistik. «Wo mehr kontrolliert wird, wird auch mehr angezeigt», erklärt Blättler. Mit der Umsetzung des Schwerpunktes «Gewalt im öffentlichen Raum» hat die Polizei bereuts Anfang Jahr begonnen.

(sul/sda)

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