Bern: Polizei will Krawallmacher in Garage sperren
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BernPolizei will Krawallmacher in Garage sperren

Bis zu 300 Schläger, Vandalen und Krawallmacher sollen im neuen Polizeizentrum in Niederwangen zusammengepfercht werden können.

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ct
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Der Kanton Bern will in Niederwangen direkt neben dem Autobahnanschluss ein neues Polizeizentrum auf einem Areal von 30000 Quadratmetern Fläche bauen.

Der Kanton Bern will in Niederwangen direkt neben dem Autobahnanschluss ein neues Polizeizentrum auf einem Areal von 30000 Quadratmetern Fläche bauen.

Geplant sind dort Massen-Zellen, wo bis zu 300 Personen – zum Beispiel bei Krawallen – arretiert werden können. Verfeindete Gruppen können getrennt werden.

Geplant sind dort Massen-Zellen, wo bis zu 300 Personen – zum Beispiel bei Krawallen – arretiert werden können. Verfeindete Gruppen können getrennt werden.

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Seit Jahren ist es geplant, nun wird es konkret: Der Kanton Bern will in Niederwangen direkt neben dem Autobahnanschluss ein neues Polizeizentrum auf einem Areal von 30'000 Quadratmetern Fläche bauen. 270 Millionen soll das Gebäude kosten, das in etwa so gross wird wie der Post-Hauptsitz im Wankdorf.

Das Polizeizentrum bietet ab dem Jahr 2025 Platz für die verschiedenen Abteilungen der Berner Polizei, die früher über die Stadt verteilt zerstreut waren – Büros, Lager, Ausbildung, Technik und klassische Polizeiwachen. Das Zentrum wird zum Arbeitsort für 1300 Mitarbeiter.

Einstellhalle wird zu Massen-Zelle

Aber nicht nur: Laut «Sonntagsblick» sollen im Notfall bis zu 300 Arretierte gleichzeitig dort untergebracht werden können. Wenn es etwa zu Krawallen oder Saubannerzügen in der Stadt Bern kommt, will die Kapo die Verhafteten in Transportern oder Bussen mit bis zu 40 Plätzen nach Niederwangen schaffen.

Dort müssen verfeindete Gruppen komplett voneinander getrennt werden können. Notfalls soll auch die Einstellhalle zur temporären Einrichtung für die Festgehaltenen werden. Sie sollen dabei möglichst keine Einblicke in den laufenden Betrieb haben, also kompett abgeschottet werden. Nebst den Massen-Zellen seien auch sogenannte VIP-Zellen geplant. Hier landen Personen, die isoliert werden müssen.

Zellen nicht mehr jedesmal extra herrichten

Bis das neue Zentrum bereits ist, werden Krawallmacher wohl weiterhin zur Polizeiwache Neufeld gebracht. Der dortige Warteraum muss jedoch jeweils hergerichtet werden, damit die Polizei die Arretierten aufnehmen, erfassen und allenfalls verpflegen kann. Zwischenwände müssen eingezogen und Arbeitsplätze eingerichtet werden. Im neuen Zentrum in Niederwangen sollen solche Festhalteräume jederzeit bereitstehen.

Das Projekt von Niederwangen ist übrigens noch nicht ganz unter Dach und Fach. In der Märzsession wird im Grossen Rat über den Planungskredit entschieden und voraussichtlich der Baurechtsvertrag genehmigt. Mit der Grundstück-Eigentümerin Migros Aare hat der Kanton in diesem Herbst einen Baurechtsvertrag auf 80 Jahre ausgehandelt. Gebaut werden soll das Polizeizentrum von 2022 bis 2024.

11 von 18 Polizeistandorten werden zentralisiert

Auf dem Areal zwischen Autobahn und Hallmattstrasse in Niederwangen soll ein Neubau mit einer Geschossfläche von knapp 85'000 Quadratmetern für rund 1300 Mitarbeitende entstehen. 11 der 18 Polizei-Standorte sollen dort zusammengezogen werden. Drei kantonseigene Liegenschaften – darunter auch das Gebäude am Nordring in Bern – werden aufgegeben. Nicht betroffen von der Zusammenlegung sind die vier Polizeiwachen in der Stadt Bern sowie die Polizeiwachen in Köniz und andern Gemeinden der Region Bern.

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