Bern: Polizei will wissen, wo der Schuh drückt
Aktualisiert

BernPolizei will wissen, wo der Schuh drückt

Wovor fürchten sich die Berner? Entsprechen ihre Ängste der realen Gefahrensituation? Solche Fragen untersucht eine Studie in 17 grossen Gemeinden des Kantons.

von
Patrick Marbach

«Es ist mir wichtig, zu wissen, wo die Bevölkerung der Schuh drückt, damit wir unsere Sicherheitspolitik nach ihren ­Bedürfnissen ausrichten können», sagt Gemeinderat Reto Nause. 100o Stadtberner haben in den letzten Tagen einen Brief von ihm erhalten, in dem er sie bittet, in einer Online-Umfrage Auskunft über ihr Sicherheitsempfinden zu geben. Ähnliche Schreiben erhalten die Einwohner von 16 weiteren grossen Berner Gemeinden.

«Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass in den nächsten 12 Monaten versucht wird, in Ihre Wohnung einzubrechen?», lautet eine typische Frage. Aber auch Angaben zur Wahrnehmung der Polizeiarbeit, Schmutz, Sprayereien oder erlittenen Tätlichkeiten und sexuellen Übergriffen werden vertraulich erfasst.

Statt nur angezeigte Straftaten zu zählen, schafft die Studie ein umfassendes Stimmungsbild: «Sicherheit ist ein sehr subjektives Gefühl», sagt Nause, «die Kriminalstatistik zeigt zwar, welche Delikte sich häufen, aber vielleicht fühlen sich unsere Bürger durch andere Umstände viel eher bedroht.» Spannend werde auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und Kantonen: Die Uni Zürich wertet neben der Berner Studie auch eine nationale Opferbefragung aus. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

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