Polizei zeigt Demoteilnehmende an - «Es wurden Freiheitstrychler kontrolliert und weggewiesen»
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Polizei zeigt Demoteilnehmende an«Es wurden Freiheitstrychler kontrolliert und weggewiesen»

Die Kundgebung vom Samstag in Luzern hat rechtliche Konsequenzen. Die Polizei hat Anzeige gegen die Organisatoren eingereicht.

von
Lucas Orellano
Gianni Walther

Gegnerinnen und Gegner der Corona-Schutzmassnahmen protestierten in Luzern gegen die neue landesweite Zertifikatspflicht.

20min

Rund 1500 Personen nahmen am Samstag laut Polizei an der unbewilligten Massnahmen-Demo in Luzern teil. Die Kundgebung hat nun ein Nachspiel. Wie die Luzerner Polizei am Montag mitteilt, wird gegen die Organisatorinnen und Organisatoren Anzeige eingereicht. «Wir haben die Kundgebung begleitet und festgestellt, wer aus unserer Sicht zu den Organisatoren gehört. Diese Personen werden wir zur Anzeige bringen», sagt Christian Bertschi, Chef Kommunikation bei der Luzerner Polizei. Angezeigt werden Personen und nicht Gruppierungen. Wie viele Personen angezeigt werden, ist noch unklar.

Die Anzeigen werden bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. «Diese entscheidet danach, ob ein strafbares Verhalten vorgelegen hat und wie dies allenfalls bestraft wird», sagt Bertschi weiter. Angezeigt werden nur mögliche Organisatoren. Teilnehmende der Demo werden nicht belangt.

Immer mehr schlossen sich dem Demozug an

Rund 60 Personen wurden im Umfeld der Demo weggewiesen. «Zu Beginn waren es rund 200 bis 300 Personen am Mühlenplatz.» In der Altstadt haben sich immer mehr Personen dem Demozug angeschlossen, auf der Seebrücke waren es über 1000 Personen. «Wir gehen davon aus, dass das so organisiert war.» Im Vorfeld der Kundgebung wurden auch Personenkontrollen durchgeführt. An gewissen Merkmalen habe man Personen erkennen können, die an der Demo teilnehmen wollten. «Es wurden beispielsweise Freiheitstrychler kontrolliert und weggewiesen. Deswegen waren auch keine Trycheln an der Kundgebung dabei.» In der Altstadt waren solche Kontrollen schwieriger: «Man sieht nicht jeder Person an, ob sie an eine Kundgebung will oder ob sie lediglich am Einkaufen ist.»

Beim Kasernenplatz kam es zu einer Konfrontation der Corona-Massnahmengegner mit anderen Gruppierungen. Zur Trennung der beiden Lager habe die Polizei kurzzeitig Pfefferspray eingesetzt. Personen konnten dort keine kontrolliert werden, Anzeigen gegen Teilnehmende der Gegendemos werde es daher nicht geben. «Dort ging es vor allem darum, dass die beiden Gruppierungen voneinander getrennt werden können», sagt Bertschi.

Polizei will sich wegen künftiger Demos mit Stadt absprechen

Zusätzlich werden die Ereignisse vom Samstag nun mit den Verantwortlichen der Stadt Luzern besprochen und aufgearbeitet, wie es weiter heisst. «Hier geht es uns darum herauszufinden, wie die Haltung der Stadt bezüglich unbewilligten Kundgebungen ist. Es stellt sich die Frage, ob die Luzerner Polizei in Zukunft rigoroser durchgreifen soll oder ob die aktuelle Vorgehensweise mit einer Begleitung und Dokumentierung von Kundgebungen und nachträglicher strafrechtlichen Abarbeitung gewünscht wird», so Bertschi.

Gerade bei unbewilligten Demos sei eine Diskussion darüber wichtig, um einen guten Weg für deren Handhabung zu finden. «Wenn es von politischer Seite her heisst, dass es zu keinen Ansammlungen mehr kommen darf, dann erfordert das von unserer Seite her ein anderes taktisches Verhalten.» Dabei spiele jedoch unter anderem auch die Zusammensetzung der Demoteilnehmenden eine Rolle – beispielsweise die Frage, ob Kinder oder gewaltbereite Personen mit dabei sind.

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Am Samstag demonstrierten in Luzern rund 1500 Corona-Massnahmenskeptikerinnen und -skeptiker.

Am Samstag demonstrierten in Luzern rund 1500 Corona-Massnahmenskeptikerinnen und -skeptiker.

20min/Michael Scherrer
Nun gibt es für die Organisatorinnen und Organisatoren ein rechtliches Nachspiel.

Nun gibt es für die Organisatorinnen und Organisatoren ein rechtliches Nachspiel.

20min/Michael Scherrer

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