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ForschungPolizei zerstört Experiment

Im Kampf gegen Drogen hat die niederländische Polizei versehentlich einem wissenschaftlichen Experiment vorzeitig den Garaus gemacht. Bei dem Einsatz gegen ein vermeintlich illegales Cannabis-Feld wurden «mehr als die Hälfte der Pflanzen zerstört».

An den Pflanzen sollte die Verwendbarkeit von Hanffasern zur Produktion von Textilien, Papier und synthetischen Materialien erforscht werden. Ein Sprecher der Universität in Wageningen im Osten des Landes bedauerte das Versehen am Donnerstag.

»Das Projekt läuft seit Jahren und war in seiner Endphase», sagte der Sprecher. Die Markteinführung habe bevorgestanden. Stattdessen berechne die Hochschule jetzt die Schäden.

Polizei brüstete sich mit «Erfolg»

Dem Sprecher zufolge waren die Pflanzen wegen ihres geringen Wirkstoffgehalts (THC) für die Drogenproduktion ungeeignet. Die Polizei hatte am Mittwoch ihren Erfolg bekannt gegeben, wonach sie 47'000 Cannabis-Pflanzen mit einen geschätzten Wert von etwa 4,4 Millionen Euro entdeckt habe.

Während Konsum und Besitz von Cannabis-Mengen bis zu fünf Gramm seit 1976 in den Niederlanden straffrei ist, ist der Anbau der Pflanzen verboten.

(sda)

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