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«Unmissverständliches Zeichen»Polizei zieht in Hitlers Geburtshaus ein

Die Polizei wird in das Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau einziehen. Für den Umbau des Gebäudes soll im November ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet werden.

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vro/wil
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Das Geburtshaus von Adolf Hitler soll eine Polizeistation werden.

Das Geburtshaus von Adolf Hitler soll eine Polizeistation werden.

AP/Kerstin Joensson
Das gab das österreichische Innenministerium am Dienstagabend bekannt.

Das gab das österreichische Innenministerium am Dienstagabend bekannt.

AP/Kerstin Joensson
Die frühere Besitzerin war 2016 enteignet worden.

Die frühere Besitzerin war 2016 enteignet worden.

AP/Kerstin Joensson

Zwischen der Republik Österreich und der Eigentümerin hatte es jahrelang einen Rechtsstreit über das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau gegeben.

Die Besitzerin hatte sowohl die Enteignung des Hauses im Jahr 2016 bekämpft, als auch die Höhe der Entschädigung. Im August war sie dann endgültig beim Obersten Gerichtshof in Wien abgeblitzt.

Die Enteignung war eingeleitet worden, um zu verhindern, dass das Haus zur Wallfahrtsstätte für Neo-Nazis wird. Der Gesetzgeber hat der Republik Österreich deshalb auch aufgetragen, nach der Enteignung eine Nutzung der Liegenschaft sicherzustellen, durch die jegliche Form nationalsozialistischer Umtriebe unterbunden wird. Wie das Innenministerium am Dienstagabend mitteilte, sei nun auch fix, was mit dem Gebäude passiert. So werden in dem Haus künftig das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau unterkommen.

«Unmissverständliches Zeichen»

«Durch die zukünftige Nutzung des Hauses durch die Polizei soll ein unmissverständliches Zeichen dafür gesetzt werden, dass dieses Gebäude für immer einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen ist», erklärte Innenminister Wolfgang Peschorn.

Dazu müsse das Gebäude allerdings noch umgebaut werden. Noch im November soll deshalb ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet werden.

Eine unabhängigen Expertenjury werde dann die einzelnen Vorschläge bewerten. Mit einem Ergebnis des Wettbewerbs sei dann im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen.

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