Massnahmen gegen Raser: Polizeidirektorin fordert: Billett für immer weg
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Massnahmen gegen RaserPolizeidirektorin fordert: Billett für immer weg

«Für unverbesserliche Raser muss der Führerschein für immer weg sein», fordert Karin Keller-Sutter, Vizepräsidentin der kantonalen Polizeidirektoren.

Neben mehr Polizeikontrollen will sie im Kampf gegen Raserei die Leasingfirmen in die Pflicht nehmen. «Man muss sich fragen, wie sinnvoll es ist, wenn sich Leute aus Risikogruppen teure und schnelle Fahrzeuge leasen können», erklärte die St. Galler Polizeidirektorin in einem am Montag publizierten Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung».

Die Leasingfirmen müssen sich selbst beschränken. «Sie könnten zum Beispiel keine Autos vergeben, so lange der Käufer den Führerschein nur auf Probe hat.» Harte Strafen für Raser hätten sicher die grösste präventive Wirkung, schätzt Keller-Sutter. Sie würde verstärkte Kontrollen durch die Polizei begrüssen.

Das sei aber nicht leicht durchzusetzen: «Alle wollen die Polizeikräfte aufstocken, um kriminelle Ausländer zu verfolgen. Aber von mehr Verkehrskontrollen wollen viele Parlamentarier nichts wissen.»

Problematische Vorschläge

Nicht alle Vorschläge zur Bekämpfung des Raser-Unwesens seien durchsetzbar oder effizient, gab Keller-Sutter zu bedenken. Die Forderung von Roadcross, künftig dem Antrag für den Lehrfahrausweis ein Schulzeugnis beilegen zu müssen, hält sie für wenig sinnvoll: «Wie will man mit Schulzeugnissen herausfiltern, wer ein Raser ist?»

Auch der Vorschlag von SVP-Nationalrat Adrian Amstutz (BE), Raser an einen «Pranger» zu stellen (durch Veröffentlichung eines Raser-Registers) hält sie für problematisch. Es stelle sich die Frage, warum solche Register nicht auch für andere Straftaten - wie Vermögens- oder Sexualdelikte - eingeführt werden sollten. (sda)

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