Uni Basel: «Polizeieinsatz für Flyer-Aktion fragwürdig»
Aktualisiert

Uni Basel«Polizeieinsatz für Flyer-Aktion fragwürdig»

Die Polizei duldete eine Flyer-Aktion an der Uni Basel gegen Nestlé nicht. Rund ein Dutzend Personen wurden aus dem Gebäude verwiesen, ein Jungsozialist musste gar auf die Wache.

von
Jan Hoffmann

Auf Einladung der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft hielt Paul Bulcke, CEO von Nestlé, am Montagabend ein Referat in der Aula der Uni. Dies nahmen die Basler Jungsozialisten (Juso) zum Anlass, mit einer Aktion auf die Situation eines in Kolumbien ermordeten Nestlé-Gewerkschafters aufmerksam zu machen. «Wir haben Flyer verteilt und Kerzen angezündet», sagt Beda Baumgartner, Präsident der Juso Basel. Die Polizei sei jedoch mit rund 30 Beamten ausgerückt. «Sie haben zwei unserer Mitglieder festgehalten und für eine Personenkontrolle in einen separaten Raum geführt», erzählt Baumgartner weiter. SP-Grossrätin Sarah Wyss hat bereits eine Interpellation zum Einsatz der Polizei eingereicht. «Einen solchen Polizeieinsatz für eine Flyeraktion erscheint mir fragwürdig. Ich finde es wichtig, der Entwicklung zu einem Polizeistaat Einhalt zu gebieten. Sicherheit ja, Polizeistaat nein.»

Hinweise auf Störaktionen

Die Polizei habe «Hinweise erhalten, dass es während der Veranstaltung zu einer Störaktion kommen könnte», so Sprecher Martin Schütz. Etwa Zwölf Personen seien deshalb aus dem Gebäude verwiesen worden, eine weitere Person wurde gar zu einer Kontrolle vorübergehend auf die Polizeiwache Kannenfeld gebracht

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