Mysteriöse Polizei-Suchaktion: Grosseinsatz im Hürstwald – «Diamant kommt nur, wenn Täter bewaffnet ist»

Publiziert

Mysteriöse Polizei-SuchaktionGrosseinsatz im Hürstwald – «Diamant kommt nur, wenn Täter bewaffnet ist»

Während mehrerer Stunden fand im Zürcher Kreis 11 am Donnerstag ein Polizeieinsatz statt. Dieser stand im Zusammenhang mit einem seit Monaten laufenden Strafverfahren.

von
Lynn Sachs
Daniel Graf
Michelle Ineichen

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot im Zürcher Hürstwald im Einsatz.

20min/noh

Das Gebiet des Hürstwalds zwischen Zürich-Seebach und Affoltern war am Donnerstagnachmittag grossräumig abgesperrt. Das meldete das Online-Portal «Watson». Wie die Kantonspolizei Zürich gegenüber 20 Minuten sagt, stand der Einsatz im Zusammenhang mit einem Strafverfahren. Laut der 20-Minuten-Reporterin vor Ort hatte die Polizei mit einem Grossaufgebot im Wald Stellung bezogen. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt, dass unter anderem die Spezialeinheit Diamant im Einsatz stand.

Wie die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigt, lief am Donnerstagnachmittag im Hürstwald ein Polizeieinsatz im Zusammenhang mit einem seit mehreren Monaten laufenden Strafverfahren. «Beim heutigen Polizeieinsatz im Hürstwald geht es nicht um ein Tötungsdelikt», so Sprecher Erich Wenzinger. Weitere Angaben können gestützt auf die Strafprozessordnung wegen des laufenden Verfahrens nicht gemacht werden.

Gegen 19 Uhr wurde der Einsatz beendet und die Polizei-Sperrzone aufgehoben. Wonach die Polizei am Donnerstag während mehrerer Stunden gesucht hat, bleibt offen.

«Spezialeinheit ist im Einsatz, wenn davon ausgegangen werden muss, dass ein Täter bewaffnet ist»

Markus Melzl, ehemaliger Basler Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt, wann eine Spezialeinheit beigezogen wird: «Das ist immer dann der Fall, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die Täterschaft bewaffnet ist und Widerstand leisten könnte.» Konkret geht Melzl von einer mit Schusswaffen bewaffneten Täterschaft aus. «Gegen Messer oder andere nicht ballistische Waffen wären gewöhnliche Polizeikräfte ausreichend geschützt.»

Die Aussage der Polizei, dass der Einsatz im Zusammenhang mit seit Monaten andauernden Ermittlungen steht, könnte laut Melzl auf eine Flucht hindeuten: «Denkbar ist, dass Untersuchungsbehörden in den Ermittlungen auf einen Täter gestossen sind. Beim Versuch, diesen zu verhaften, könnte er in den Wald geflohen sein.» Der Wald sei gerade bei diesem Wetter aber ein schlechtes Versteck, sagt Melzl: «Bei Regen sind vermutlich nur wenige andere Menschen im Wald. Die Einsatzkräfte könnten also mit einem Helikopter mit Wärmebildkamera über den Wald fliegen und ihn aufspüren.» 

1 / 4
Der Hürstwald war am Donnerstagnachmittag grossräumig abgesperrt.

Der Hürstwald war am Donnerstagnachmittag grossräumig abgesperrt.

20min/mie
Laut Angaben der Kantonspolizei Zürich stand der Einsatz in Zusammenhang mit einem Strafverfahren.

Laut Angaben der Kantonspolizei Zürich stand der Einsatz in Zusammenhang mit einem Strafverfahren.

20min/mie
Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

20min/mie

Deine Meinung