Aktualisiert 10.10.2016 09:32

BaselPolizeikader profitierten von Bring-und-Hol-Service

Basler Polizeikader nutzten ihre Privilegien aus und liessen sich ihre persönlichen Dienstwagen nach Hause bringen. Dem soll nun ein Riegel vorgeschoben werden.

von
fh
Beamte der Basler Polizei brauchen ihre Dienstwagen nicht nur für private Zwecke, sie lassen sich ihre Fahrzeuge auch mal nach Hause bringen und anschliessend wieder abholen.

Beamte der Basler Polizei brauchen ihre Dienstwagen nicht nur für private Zwecke, sie lassen sich ihre Fahrzeuge auch mal nach Hause bringen und anschliessend wieder abholen.

Keystone/Georgios Kefalas

Seit Jahren brauchen Beamte der Basler Polizei ihre Dienstfahrzeuge auch für private Zwecke. Persönlich zugeteilte Wagen soll es jedoch laut Justiz- und Sicherheitsdepartements-Vorsteher Baschi Dürr in Zukunft nicht mehr geben, wie die «Basler Zeitung» am Montag schreibt. Dürr geht noch einen Schritt weiter und verlangt von den Polizisten, dass sie ihren persönlichen Arbeitsweg künftig selber bezahlen.

Nun hat sich herausgestellt, dass einige Beamte ihre Privilegien ausnutzten, indem sie sich ihre Dienstwagen nach Hause bringen liessen oder dorthin, wo sie ihn gern haben wollten. So machte es auch Vizekommandant Rolf Meyer. Ein Anruf beim Zeughaus genügte und schon machten sich Mitarbeiter des JSD auf den Weg zum Spiegelhof, setzten sich dort in das Dienstauto des Vizekommandanten und machten sich auf den Weg in das 46 Kilometer entfernte Gipf-Oberfrick und parkten Meyers Wagen vor dessen Haus.

Kein Einzelfall

Meyer liess sich sein Auto nicht nur zu sich nach Hause bringen. Wie diverse JSD-Mitarbeiter erzählten, wartete sein Auto auch schon am Flughafen auf ihn, als er aus den Ferien zurückkam. Mediensprecher Andreas Knuchel bestätigte, dass solche betriebliche Überfahrten in der Vergangenheit mehrmals vorgekommen seien. Eine explizite Bewilligung sei bis anhin nicht nötig gewesen, so Knuchel gegenüber der «BaZ».

Auch die Finanzkontrolle ist nach einer Überprüfung des Sachverhalts zum Entschluss gekommen, das dieser nicht explizit geregelt ist und daher keine Regelung verletzt wurde. Dennoch empfiehlt die Finanzkontrolle, dass diese Praxis künftig eingestellt werden müsse, so die Vorsteher. Diese Forderung sei umgehend umgesetzt worden. Die Fragen nach den Kosten und Gründen dieses betrieblichen Services bleiben jedoch weiterhin offen.

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