Image-Experte: «Polizeiskandale schaden dem Ruf der Stadt Basel»
Aktualisiert

Image-Experte«Polizeiskandale schaden dem Ruf der Stadt Basel»

Seit eineinhalb Jahren sorgt die Kantonspolizei Basel-Stadt mit internen Affären für negative Schlagzeilen. 20 Minuten hat darüber mit Image-Experte Markus Renner gesprochen.

von
rob
Um die Kantonspolizei Basel-Stadt will es einfach nicht ruhig werden.

Um die Kantonspolizei Basel-Stadt will es einfach nicht ruhig werden.

Keystone/Georgios Kefalas

Dienstwagen-Affäre, Erdogan-Spionage, mutmassliche Schändung – in der Kantonspolizei Basel-Stadt will einfach keine Ruhe einkehren. Vom rechten wie linken politischen Lager hagelte es deshalb Kritik, Rücktrittsforderungen an Regierungsrat Baschi Dürr und Polizeikommandant Gerhard Lips wurden laut.

Dass ausgerechnet die Polizei in solche Affären verwickelt ist, kratzt am Vertrauen der Bevölkerung und am Image der Ordnungshüter. Der in Basel wohnhafte Image-Experte Markus Renner, Co-Vorsitzender der International Brand & Reputation Community, sieht die Situation kritisch: «Die jüngsten Vorfälle verlangen nach konsequentem Durchgreifen innerhalb der Polizei.» Man müsse herausfinden, welche Ebene intern versagt habe, und dort aufräumen. Die Polizei stelle ja auch besonders hohe Ansprüche an die Bevölkerung und müsse diese somit auch intern zwingend erfüllen. Auch der Regierungsrat müsse Verantwortung übernehmen und «sich intensiv um die Vorfälle kümmern».

«Ein klares Versäumnis der Polizei»

Zu den jüngsten Neuigkeiten bezüglich dem mutmasslichen Schänder, der seinen Dienst wieder antreten durfte und kurz darauf erneut straffällig und freigestellt wurde, zeigt sich Renner erstaunt: «Dieser Einzelfall kommt mir seltsam vor. Aus meiner Sicht handelt es sich hier um ein klares Versäumnis von Seiten der Behörden und insbesondere der Polizei.» Es müssen im System Riegel vorgeschoben werden, die solche Vorfälle in Zukunft verhindern.

Auch was die Kommunikation nach aussen anbelangt, gebe es Verbesserungspotential: «Es ist besser, klare Massnahmen zu ergreifen und diese dann auch schnell und aktiv zu kommunizieren, bevor etwas über andere Wege an die Öffentlichkeit dringt.»

Basel leidet über Regionsgrenzen hinaus

In der Beliebtheitsstatistik befinde sich die Schweizer Polizei im oberen Drittel aller Berufsgruppen und schneide im europäischen Vergleich somit sehr gut ab. «Ihre Position verbessert sich sicherlich nicht durch solche Fälle. Ihr Image nimmt definitiv Schaden.» Der Ruf der Stadt Basel würde durch solche Affären über die Regionsgrenzen hinaus leiden.

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