Vermisste Olivia: Polizeitaucher brechen Suche ab
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Vermisste OliviaPolizeitaucher brechen Suche ab

Olivia Ostergaard wird weiterhin vermisst: Vier Polizeitaucher suchten gestern im Zugersee bei Oberwil vergebens. Die Polizei geht von einem Suizid aus, darauf würden neue Hinweise vom Mittwoch hindeuten, hiess es.

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bat/aeg/hal

Rund ein Dutzend Polizisten, dazu vier Taucher der Kantonspolizei Schwyz, haben am Mittwochabend am Zugersee bei Oberwil das ufernahe Gewässer abgesucht. Gefunden haben sie nichts: Kurz nach 19 Uhr verliessen die Taucher den See, die Polizei zog sich zurück. «Am Donnerstag geht die Suche weiter», sagte Polizeisprecher Marcel Schlatter. Die Polizei befürchtet das Schlimmste. Schlatter: «Wir haben am Mittwoch neue Hinweise bekommen, die auf einen Suizid im Zugersee schliessen lassen.» Nähere Angaben zu diesen neusten Hinweisen machte die Polizei keine.

Die vermisste Olivia ist also auch am neunten Tag nach ihrem Verschwinden nicht gefunden worden. Bevor am Mittwochabend die Taucher zum Einsatz kamen, suchte die Polizei mehrere Stunden zu Wasser mit Polizeibooten und aus der Luft mit einem Helikopter nach der vermissten Olivia. Dabei konzentrierten sie sich auf die Uferverläufe des Ägerisees und Teile des Zugersees. Auch in Teilen des Ägeritals wurde die Vermisste gesucht. Bei der Suche wurde auch ein Bluthund eingesetzt. Alles erfolglos: Von Olivia fehlt weiterhin jede Spur.

Polizei macht Fehler

Der Fall der in Zug verschwundenen Olivia Ostergaard bewegt die Schweiz und sorgt international für Schlagzeilen. Auch die dänische Presse verfolgt den Fall intensiv. Nun deckte die Boulevardzeitung «BT» offenbar erste Ermittlungspannen auf: «Polizei macht Fehler im Olivia-Fall – wichtige Videos gelöscht!», titelte sie gestern.

So haben die Ermittler zwar verschiedene Videobilder geprüft. Doch die Sichtung der Bilder, welche die 25 Überwachungskameras von den Gleisen und vom Innenraum des Zuger Bahnhofs machen, hätte die Polizei nicht angeschaut. Wie Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, gegenüber der «Neuen Zuger Zeitung» zugibt, seien die Videoaufnahmen nicht rechtzeitig angefordert worden. Auch Kamerabilder aus den SBB-Zügen habe die Zuger Polizei nicht verlangt. Beide Aufnahmen werden nach 72 Stunden gelöscht, wie das Gesetz vorschreibt und sind somit nicht mehr einsehbar. Nur wenn die Polizei die Bilder ausdrücklich wünscht, werden sie gespeichert. Diese Bilder hätten möglicherweise Aufschluss darüber geben können, welchen Weg die 20-Jährige an diesem verhängnisvollen Morgen eingeschlagen hatte.

Freunde suchen Weg ab

Wieso die Bilder nicht verlangt wurden, müsse nun abgeklärt werden, so Schlatter. Auch Kamerasequenzen aus Bussen der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) stehen nicht mehr zur Verfügung – diese werden normalerweise schon nach 24 Stunden gelöscht.

Keine Ruhe lässt das Verschwinden auch den Freunden von Olivia. Sie wollen heute eine private Suchaktion starten und den Weg von Olivia Ostergaards Wohnort bis zum Zuger Bahnhof absuchen.

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