18.09.2018 10:41

AmtsmissbrauchPolizist handelte in der Freizeit mit Autonummern

Ein Winterthurer Stadtpolizist hat in der Freizeit mit Autonummern Geschäfte gemacht. Dabei nutzte er Daten von seinem Arbeitsplatz.

von
mon
1 / 7
Ein Winterthurer Stadtpolizist wurde wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Er handelte in der Freizeit mit Kontrollschildern.

Ein Winterthurer Stadtpolizist wurde wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Er handelte in der Freizeit mit Kontrollschildern.

Gabriele Putzu
Dabei handelte es sich um Kontrollschilder aus dem Kanton Thurgau. Dort ist der Handel zwar nicht verboten, der Polizist nutzte aber Daten von seinem Arbeitsplatz dafür.(Aktuelle Versteigerungen beim Thurgauer Strassenverkehrsamt.)

Dabei handelte es sich um Kontrollschilder aus dem Kanton Thurgau. Dort ist der Handel zwar nicht verboten, der Polizist nutzte aber Daten von seinem Arbeitsplatz dafür.(Aktuelle Versteigerungen beim Thurgauer Strassenverkehrsamt.)

Dass Kontrollschilder mit tiefen oder besonderen Nummern sehr beliebt sind, zeigen die Auktionen in den letzten Jahren. So wurde etwa «ZH 987» für 152'400 Franken versteigert.

Dass Kontrollschilder mit tiefen oder besonderen Nummern sehr beliebt sind, zeigen die Auktionen in den letzten Jahren. So wurde etwa «ZH 987» für 152'400 Franken versteigert.

Autokennzeichen mit tiefen Nummern oder speziellen Zahlenkombinationen sind heiss begehrt. Das hat sich auch ein Winterthurer Stadtpolizist gedacht und ein Geschäftsmodell entwickelt. Der 30-Jährige kontaktierte in einem Zeitraum von rund 15 Monaten die Halter von speziellen Nummern aus dem Kanton Thurgau. Er kaufte ihnen die Kennzeichen ab und veräusserte diese danach gewinnbringend.

Daten der Fahrzeughalter illegal beschafft

Seit Herbst 2016 soll er neun Abnehmer gefunden haben, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Unter seinen Kunden sind nicht nur private Abnehmer, auch eine Firma ist dabei. Doch sein Nebenjob flog auf und seine Arbeitgeberin reichte Strafanzeige ein.

Dabei ist es im Kanton Thurgau nicht verboten, Kontrollschilder zu veräussern. Der 30-Jährige hätte sich aber die Daten der Fahrzeughalter nicht von seinem Arbeitsplatz aus beschaffen dürfen. Denn der Zugriff auf polizeiliche Informationssysteme ist nur für dienstliche Zwecke gedacht. Auch hatten sich einige Halter in dem öffentlichen Register sperren lassen.

Disziplinarverfahren eröffnet

Sein Handeln hat nun Folgen. Die Staatsanwaltschaft hat ihn in einem Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 120 Franken sowie einer Busse von 600 Franken wegen Amtsmissbrauchs verurteilt – ausgesprochen bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem erhält er einen Eintrag im Strafregister.

Auch wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet. «Dieses ist aber noch nicht abgeschlossen», sagt Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei Winterthur, zur NZZ. Der 30-Jährige arbeitet weiterhin als Stadtpolizist.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.