09.08.2018 11:46

Kontrolle in der FreizeitPolizist hat illegal eine Busse ausgestellt

In Oberwil-Lieli AG hat ein Zürcher Stadtpolizist widerrechtlich vier Autofahrer kontrolliert. Dabei hat er sogar eine Busse von 100 Franken ausgestellt.

von
tam
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Ein Zürcher Stadtpolizist ist geständig, in der Gemeinde Oberwil-Lieli AG widerrechtlich Verkehrskontrollen vorgenommen zu haben.

Ein Zürcher Stadtpolizist ist geständig, in der Gemeinde Oberwil-Lieli AG widerrechtlich Verkehrskontrollen vorgenommen zu haben.

Keystone/Dominic Steinmann
Der 34-Jährige hat in Oberwil-Lieli im Bezirk Bremgarten bei der Einmündung Sädelstrasse/Im Rebacher, Höhe Sädelhof, einen dunkelblauen Personenwagen kontrolliert.

Der 34-Jährige hat in Oberwil-Lieli im Bezirk Bremgarten bei der Einmündung Sädelstrasse/Im Rebacher, Höhe Sädelhof, einen dunkelblauen Personenwagen kontrolliert.

Beim Mann handelt es sich nicht um einen Angehörigen der Kantonspolizei Aargau, sondern um einen Zürcher Stadtpolizisten.

Beim Mann handelt es sich nicht um einen Angehörigen der Kantonspolizei Aargau, sondern um einen Zürcher Stadtpolizisten.

Keystone/Urs Flueeler

Ein Zürcher Stadtpolizist hat im Juni in seiner Freizeit illegal Autofahrer kontrolliert. In Oberwil-Lieli AG hat er vier Fahrzeuge angehalten und in einem Fall sogar eine Busse von 100 Franken ausgestellt. Da die Aargauer Gemeinde nicht zur Stadt Zürich gehört, wo der Mann als Polizist angestellt ist, muss er sich wegen Amtsanmassung verantworten.

Für das Verfahren hat der Polizist einen Verteidiger engagiert. Dieser sagte zum Fensehsender «Tele M1», dass der Polizist seinen Fehler eingesehen und seinen Job als Ordnungshüter gekündigt habe. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass der Mann geständig ist.

«Für einen guten Zweck spenden»

Doch warum hat der Stadtpolizist auf dem Land eine Kontrolle durchgeführt? «Er hat sich über Autofahrer aufgeregt, die mit dem Handy in der Hand am Steuer sassen», so Anwalt Eric Vultier. Das habe er gefährlich gefunden und vier fehlbare Autofahrer kontrolliert. «Das war der falsche Weg.»

Zudem habe sein Mandant nie vorgehabt, sich an den Bussen zu bereichern. «Das eingenommene Geld wollte er für einen guten Zweck spenden oder einem Randständigen geben», so Vultier. Mittlerweile habe er die 100 Franken dem gebüssten Autofahrer zurückgegeben.

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