Umstrittener Einsatz – Polizist hatte Knie auf seinem Hals – verhafteter 27-Jähriger ausgeschafft
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Umstrittener EinsatzPolizist hatte Knie auf seinem Hals – verhafteter 27-Jähriger ausgeschafft

Der Mann, dem bei seiner Verhaftung im letzten Sommer das Knie auf den Hals gedrückt wurde, ist bereits nach Deutschland zurückgeführt worden. Das sorgt beim Migrant Solidarity Network für Kritik.

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Das Knie auf dem Hals: Die anwesenden Journalistinnen und Journalisten fühlten sich an den Fall George Floyd in den USA erinnert.

Das Knie auf dem Hals: Die anwesenden Journalistinnen und Journalisten fühlten sich an den Fall George Floyd in den USA erinnert.

Raphael Moser / Tamedia AG
Die Medienschaffenden hatten die Verhaftung des 27-Jährigen am 11. Juni per Zufall beobachtet. 

Die Medienschaffenden hatten die Verhaftung des 27-Jährigen am 11. Juni per Zufall beobachtet.

Raphael Moser / Tamedia AG
Die Verhaftung schlug hohe Wellen. Der kantonale Sicherheitsdirektor Philippe Müller und Kapo-Kommandant Stefan Blättler berieten sich im Fall, und schalteten schliesslich die Staatsanwaltschaft ein. 

Die Verhaftung schlug hohe Wellen. Der kantonale Sicherheitsdirektor Philippe Müller und Kapo-Kommandant Stefan Blättler berieten sich im Fall, und schalteten schliesslich die Staatsanwaltschaft ein.

Raphael Moser / Tamedia AG

Darum gehts

  • Verschiedene Medienschaffende hatten im letzten Juni eine Verhaftung beobachtet, bei der einem Mann das Knie auf den Hals gedrückt wurde.

  • Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen den Polizisten.

  • Wie das Migrant Solidarity Network schreibt, wurde der damals Verhaftete nun nach Deutschland ausgeschafft.

Die Verhaftung bei der Berner Heiliggeist-Kirche hatte im vergangenen Juni für Schlagzeilen gesorgt: Verschiedene Medienschaffende hatten beobachtet, wie ein Polizist einem Mann das Knie zunächst in den Bauch rammte und es ihm anschliessend auf dem Hals drückte. Die zufällig anwesenden Journalistinnen und Journalisten sprachen von «verstörenden Szenen» und fühlten sich an den Fall George Floyd erinnert, der bei seiner Festnahme im Frühling 2020 in den USA erstickte. Die Staatsanwaltschaft eröffnete schliesslich ein Verfahren gegen den Polizisten. Der verhaftete 27-Jährige, der sich illegal in der Schweiz aufhielt, kam nach Moutier in die Ausschaffungshaft.

Nun ist der gebürtige Marokkaner gemäss dem Dublin-Abkommen nach Deutschland zurückgeführt worden, wie die «Berner Zeitung» unter Berufung auf das Migrant Solidarity Network berichtet. «Mehdi wurde am 25.11.2021, angeordnet durch den Migrationsdienst, von der Polizei an der Grenze von der Schweiz zu Deutschland aus seiner sechsmonatigen Haft entlassen. Ohne Geld, ohne Winterjacke – überhaupt ohne Nichts», schreibt das Netzwerk auf seiner Webseite. In Deutschland drohe dem Mann die Abschiebung nach Marokko. Weiter kritisiert die Aktivistengruppe, dass er nach Deutschland abgeschoben worden sei, ohne dass die Ermittlungen gegen den Polizisten abgeschlossen seien.

Der Berner Migrationsdienst war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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(sul)

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