Unruhen in Frankreich: Polizist mit Jagdgewehr angeschossen
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Unruhen in FrankreichPolizist mit Jagdgewehr angeschossen

Der Unfalltod eines 16-jährigen Autofahrers auf der Flucht vor der Polizei hat zu neuen Unruhen in Frankreich geführt. Ein Beamter wurde bei den Zusammenstössen in der südöstlichen Stadt Romans-sur-Isère mit einem Jagdgewehr angeschossen.

Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um etwa 50 jugendliche Randalierer auseinanderzutreiben. Mehrere Wagen wurden angezündet und beschossen, die Fenster von 15 Geschäften eingeworfen.

Nach vorläufigen Ermittlungen seien fünf Jugendliche am späten Montagabend mit einem gestohlenen Wagen durch die Innenstadt von Romans-sur-Isère bei Grenoble gerast, teilte die Präfektur mit. Als die Polizei die Verfolgung aufnahm, verlor der Fahrer die Kontrolle und der Wagen knallte gegen eine Mauer. Der 16-Jährige kam ums Leben, die vier übrigen Insassen wurden leicht verletzt.

Der Vorfall weckte Erinnerung an frühere Unruhen in französischen Vorstädten. Im Herbst 2005 lieferten sich Jugendliche wochenlang Strassenschlachten mit den Sicherheitskräften, nachdem zwei junge Männer auf der Flucht vor der Polizei in einem Umspannwerk ums Leben gekommen waren. Vor zehn Monaten kam es zu schweren Ausschreitungen in der nördlichen Pariser Vorstadt Villiers-le-Bel. Den Gewaltexzessen war der Unfall eines Streifenwagens mit einem Motorrad vorangegangen, bei dem zwei Jugendliche ums Leben kamen. (dapd)

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